Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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Freilich stand so grossem häuslichen Unglück die junge und schöne Gemahlin Adelheid gegenüber mit ihrem blühen- den Sohne Otto und der lieblich heranwachsenden Mathilde, und es mochte Otto in ihrem und dieser Kinder Besitze wenn auch kein Vergessen, so doch Trost und Erleichterung finden.?)

Ottos zweiter Zug nach Italien.

Nachdem die deutschen Angelegenheiten geordnet, Otto I. feierlich zum König gekrönt, Bruno aber und Wilhelm mit der Sorge?) für den jungen König und zugleich, jener für Lothringen, dieser für das übrige Deutschland mit der Leit- ung der Reichsgeschäfte für die Dauer der bevorstehenden italischen Expedition betraut worden waren?) machte sich Otto im August 961 auf, zum zweitenmale über die Alpen zu gehen, um dort seine Pläne ganz und vollständig auszu- führen.

Auf den ersten Blick scheint es allerdings auffallend, dass Ottos Seele sich nicht vor der Wiederholung einer Heeres- fahrt gesträubt hat, die in ihren Konsequenzen ihm und dem ganzen deutschen Volk schon einmal so teuer zu stehen ge- kommen.

Indes mochten ihn eben mancherlei und nicht unwichtige Gründe hiezu bewogen haben.

Gewiss hielt er es nämlich für eine Ehrensache das ein- mal Angefangene nicht unvollendet zurückzulassen.*)

Nun nach der deutschen Kaiserkrone hatte er schon früher gestrebt; während seines ersten italischen Zuges hatte er schon in diesem Betreffe Unterhandlungen angeknüpft,°) ohne jedoch zum Ziele gelangen zu können.

Jetzt lagen für ihn und seine diesbezüglichen Wünsche die Umstände günstiger denn je.

Nicht bloss konnte ihm, dem mächtigsten Herrscher des Abendlandes, wenn er nur ernstlich wollte, kein Fürst Italiens

!) Cfr. Luden VII 9.

) Vita Brunonis c. 41 anf.

) Giesebr. I 455, Jahrb. I 3 p. 88. *) Cfr. Luden VII 9 ff.

5) Cfr. Giesebr. 1 386, Dümmler 19.