Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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Unter dem Vorwand, sich wegen der gegen sie erhobenen Anschuldigung der Untreue zu rechtfertigen und zugleich ihre Ergebenheit aufs neue zu bezeigen, wagten sie es vor den König hinzutreten und offen auszusprechen, was sie im Schilde führten.

Nur gegen Herzog Heinrich beteuerten sie Feindschaft und Fehde haben zu wollen, wäre dieser nach Ingelheim ge- kommen, so hätten sie sich seiner Person sofort bemächtigt, mit dem Könige, ihrem Herrn, aber wollten sie in Frieden bleiben und im Gehorsam gegen ihn auch ferners verharren.

Doch Otto war deswegen keineswegs frei und Herr seiner Entschliessungen, er befand sich vielmehr in der Ge- walt der Verschwornen und musste nach ihrem Wunsch und Willen einen leider nicht mehr bekannten Vertrag eingehen, wodurch er sich ganz die Hände gebunden und in ihre Ge- walt gegeben hatte.

Nachdem dies geschehen war, liess man im Glauben, den angestrebten Zweck erreicht zu haben, den König ziehen, doch kaum in Sachsen angekommen verwarf dieser den Ver- trag als erzwungen.

Unter den treuen Einwohnern dieses Landes hatte Otto nämlich wieder die nötige Kraft zum Widerstand!) gefunden.

. Konrad und wahrscheinlich auch schon Liudolf wurden auf dem Reichstage zu Fritzlar?)(April oder Mai 953), nach- dem sie das königliche Gebot, die Urheber der Verschwörung auszuliefern sie konnten es wohl nicht erfüllen, denn die Urheber der Verschwörung waren sie selbst, und gefährlich schien es damals, sich dem Zorn des aufs äusserste gereizten Vaters anzuvertrauen unbeachtet gelassen hatten, in die Acht erklärt und ihrer Herzogtümer Lothringen, beziehungs- weise Schwaben entsetzt.

Hierauf rüstete man zum Kriege der im Frühjahre 953 begann, die blühendsten Gaue Deutschlands, beson- ders Lothringens, Bayerns, Schwabens und Frankens, ver-

!) Widuk. III 14: in Sachsen fand er in rühmlicher Weise wieder den König, den er in Franken beinahe verloren hatte, ?) Giesebr. I 395 ff., efr. Jahrb. I 3 p. 19 ff. und Dümmler 217 ff.