Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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Was Wunder, wenn der unnatürliche Krieg der Söhne wider den Vater, der Entsetzen und Verderben fast durch

bis er beim König Zutritt erhalten konnte; ebenso fand der Versuch. Beren- gars, sich mit Otto I. unter Konrads Vermittlung zu verständigen, in Magde- burg, nicht in Augsburg statt. Allerdings musste sich Berengar an beiden Orten dazu verstehen, Adelheid ob seines früheren, schlimmen Benehmens Abbitte zu leisten; indes bezweckte man damit nicht, denselben in kränkender Weise zu demütigen oder an ihm eine kleinliche Rache zu nehmen, sondern man wollte ihn nur veranlassen, seiner Königin für die gemeinen Misshand- lungen, deren er sich seinerzeit ihr gegenüber schuldig gemacht hatie, die erforderliche Genugthuung zu leisten.

Adelheid war es eben ihrer erhabenen Stellung als Gemahlin des mäch- tigsten Königs des damaligen Europas durchaus schuldig, von Berengar eine wenigstens einigermassen entsprechende Sühne für seine früheren, gegen sie verübten Unbilden zu verlangen.

Wie weit übrigens dieselbe von Jedem eigentlichen Rachegedanken gegen Berengar entfernt war, zeigt zur Genüge schon der eine Umstand, dass sie nach Berengars Sturz dessen zwei Töchter zu sich nahm und, mütterlich für sie sorgend, in standesgemässer Weise erziehen liess.

Nicht minder unrichtig ist es, anzunehmen, dass Adelheid desswegen gegen Berengar aufgetreten ist, um damit ihremStiefschwiegersohne weh thun zu können,

Adelheid hat, wenn sie überhaupt, sei es in Magdeburg, sei es in Augs- burg, gegen den zwischen Konrad und Berengar einseitig abgeschlossenen Vertrag ihren Einfluss geltend gemacht und ihr Wort in, die Wagschale ge- worfen hat, dies sicherlich nicht gethan, um damit Konrad weh thun zu können, dennvon einer solch feindseligen Gesinnung finden wir weder damals, noch früher oder später an ihr auch nur die geringste Spur sondern sie hat es gethan, um wie schon erwähnt, ihr nach ihrer Ueberzeugung wohlbegründetes Recht auf den lombardischen Königsthron zu wahren und zu schützen,

Zudem hatte sie auf Grund ihrer früheren Erfahrungen Ursache genug, Berengars Worten zu misstrauen, wie denn auch der spätere Verlauf der Dinge deutlich genug zeigte, dass Berengar mit Otto I. Verträge nur schloss, um sie wieder zu brechen.

Wenn endlich, um auch diesen Punkt noch zu berühren, Adelheid damals lieber an Herzog Heinrich sich anschloss als an Liudolf oder Konrad, wer möchte ihr dies mit Grund verargen?

Bewies ihr doch Heinrich stets aufrichtige Achtung und Freundschaft, hielt er doch unentwegt treu in guten wie in bösen Tagen zu ihrem königlichen Gemahl, seinem Bruder, während Liudolf, von Anfang an mit der zweiten Ver- mählung seines Vaters unzufrieden, im Bunde mit Konrad die Feindschaft gegen Heinrich bald zur offenen Empörung wider den königlichen Herrn und Vater steigerte. Dass sie aber mit allem, was Heinrich Liudolf und Konrad gegenüber gethan, dass sie namentlich mit dessen Ränken und Gehässigkeiten einverstanden gewesen, oder dass sie etwa gar, wie Leo(efr. auch p. 319) an-