Aufsatz 
Kaiserin Adelheid, Gemahlin Ottos I. des Großen
Entstehung
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denn mochte sich auch Rudolf in!) den letzten Jahren seines Lebens mehr den friedlichen Angelegenheiten, der Verwaltung seines Reiches und der Sorge für die Seinigen, gewidmet haben, jedenfalls starb er viel zu früh, als dass er auf die Erziehung Adelheids einen entscheidenden Einfluss hätte ausüben können,

Schon 937?2) sank er, noch im kräftigsten Mannesalter sich befindend, ins Grab, das tiefgebeugt vor Schmerz seine Witwe Bertha und mehrere°) unmündige Kinder, darunter der etwa 10-jährige Thronerbe Konrad und dessen Schwester

Adelheid, umstanden. Kaum war indes die königliche Leiche der geweihten Erde in St. Maurice,) der Residenz°) der hochburgundischen

!) Seit dem Vertrage von 933, durch den Rudolf, der 822 das König- reich Italien gewonnen, 826 es aber an Hugo von Provence verloren hatte von letzterem gegen völlige Verzichtleistung auf seine italischen Ansprüche Niederburgund(die Länder an der Saone, an der mittleren und untern Rhone) erhielt. Giesebr. I 313 Leo 306, 307 cfr. Liutprand III 47, dessen Bericht übrigens ungenau. Von dieser Zeit blieben die 2 burgundischen Reiche(Hoch- und Niederburgund) vereinigt und bildelen zusammen das burgundische oder arelatische Reich, das 1034 unter Konrad II. an Deutschland fiel. Giesehr. Il 278.

®) Luitprand antap. IV 12: Giesebr. I 314. Nach Damberger IV 337 war er noch nicht 40 Jahre alt.

3) So Giesebr. I 314 cefr. übrigens Damberger IV 658 und V.a. E. bur- gund. Fürstentafel, ebenso die Regententafel in Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit X. Jahrh. 2. Band. Liutprand.

*) Nach Damberger IV 658 soll Rudolf in der Abtei Peterlingen begraben worden sein(Payerne). Diese Annahme ist jedoch um so weniger statlhaft als die Abtei Peterlingen erst 961 von seiner Witwe Bertha gegründet worden ist. Die beiden Urkunden bei Bouquet IX 699 und Grandidier histoire de leglise de Strassborg, die von Schenkungen, dem Kloster Peterlingen im Jahre 982 gemacht, erzählen, beweisen hier nichts, da dieselben hinsichtlich der in ihnen genannten Kinder Rudolfs II, Konrad und Adelheid, unlösliche Widersprüche sich ergeben. So soll nach ihnen der damals etwa fünfjährige Konrad bereits im 24. Jahre König gewesen und die etwa einjährige Adelheid als Fürsprecherin für das genannte Kloster aufgetreten sein! Diese 2 Urkunden sind vielmehr in das Jahr 961 zurückzudatieren(Damberger V, Kritikheft 5 datiert sie in das Jahr 962), wenn man mit Böhmer reg. Carol. p. 142 oben den Regierungsantritt Konrads auf den 1. August 937 ansetzt; hinsichtlich des Begräbnisortes muss man aber wohl, wie es auch Böhmer reg, Car. p. 141 Nr. 1499 that, der bestimmten Angabe des Mönches Herimann von Reichenau (Hermanus Contractus) folgen, der in seiner Chronik ad annum 937 erwähnt, dass Rudolf im Jahre 937 gestorben und in Agaunum in dem Kloster des hl. Moriz(St. Maurice im Kanton Wallis) bestattet worden ist.

*) Dümmler 108.