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die Gehänge treten nach oben weit zurück und bedingen dadurch ein weites Tal. Diese flachen Gehänge sind teils durch den Untergrund und teils durch die Vegetationsform verursacht. Der feinkörnige Buntsandstein, in welchen das Sinntal eingesenkt ist, fällt leicht der Zerstörung anheim. Wird der Boden noch durch den Anbau gelockert, so er- höht sich die Abtragung, indem dem spülenden Wasser mehr Angriffspunkte geboten werden. Bei starken Regen- güssen wird das Erdreich in grossen Mengen fortge- schwemmt. Diese fortwährende Abspülung, welche im Sinntal wegen der wolkenbruchartigen Regen noch besonders gross ist, lässt sich auch an der Farbe des Flusses erkennen. Sie ist beinahe das ganze Jahr hindurch tiefrot. Wären die Gehänge hier auch mit Wald bedeckt, wie das oberhalb Obersinn der Fall ist, so wäre die Abspülung teilweise ver- hindert. Die Talsohle ist im Verhältnis zur Wassermasse des Flusses sehr breit. Von Obersinn an bildet die Sinn Serpentinen immnerhalb der Talsohle. Dieselben werden im Unterlauf bei Rieneck und Schaippach immer zahlreicher. Es ist auch hier wieder die seitliche Erosion des Flusses, die das breite Tal schuf. Bei Schaippach stürzt sich die Sinn unter einem rechten Winkel gegen den Zollberg und unter- spült hier die Felsen, welche langsam abbröckeln, so dass der Einschnitt von Jahr zu Jahr sich vergrössert. Hier wird einst derselbe Fall eintreten, wie bei dem Fliessenbach (siehe Flussnetz). Die Sinn verlegt ihren Talausgang gegen Langenprozelten hin und schneidet dadurch ein Stück vom Buntsandsteinplateau des Spessarts ab. Auf diese Weise werden freistehende Tafelberge und Trockentäler ge- schaffen.
Am Kinzigtal lassen sich drei Abschnitte unter- scheiden. Der erste geht bis Schlüchtern und stellt ein Erosionstal mit flachem Gehänge dar. Die Strecke von Schlüchtern, wo sich das Tal ganz plötzlich erweitert, bis unterhalb Steinau bildet den zweiten Abschnitt. Auf dieser zweiten Strecke ist das Tal abwechselnd eng und kessel- förmig. Solche Talkessel befinden sich bei Schlüchtern, Niederzell und Steinau. Unterhalb Steinau beginnt der dritte Abschnitt. Das Tal ist ziemlich gleich weit bis Geln— hausen. Der Talkessel bei Schlüchtern ist tektonischer Natur. Die übrigen erklären sich durch Serpentinenbildung der Kinzig. Die Talsohle des dritten Abschnittes ist sehr breit. Die Kinzig schlängelt sich in diesem Wiesengrunde hin und her und fliesst bald an der Vogelgebirgs-, bald an der Spessartseite. Da, wo die Gehänge mit Wald be- deckt sind, werden dieselben sehr steil, so z. B. bei Wächters-


