4 Talformen im Spessart.
Den Verlauf der Täler haben wir bereits im Kapitel „Flussnetz“ kennen gelernt. Es handelt sich in diesem Ab- schnitt um die Betrachtung der Einzelformen.
Wir betrachten zuerst das Maintal, das den Spessart nach drei Seiten hin begrenzt. Der Mainspiegel liegt bei Gemünden in 152 m Meereshöhe und wird von den be- nachbarten Höhen um ca. 250 m überragt. Das Tal ist hier ziemlich eng. Der Bahnhof und die Stadt Gemünden stehen auf einer alten Mainterrasse. Der Bahnhof liegt eéetwa 8 m über dem Mainniveau. Auch der höher ge- legene Teil hinter dem Bahnhof gehört einer Diluvialterrasse des Maines an. Diese liegt ungefähr 25 m über dem heu- tigen Mainlaufe. Beim Bau der Gemündener Wasserleitung waren hier Aufschlüsse geschaffen. An den genannten Stellen wurde Mainsand ausgegraben. Diese Terrasse lässt sich bis zur Einmündung der Sinn und Saale verfolgen. An der Einmündungsstelle ist sie unterbrochen. Die vereinigten Nebenflüsse haben hier das Tal verbreitert. Sie lässt sich weiter verfolgen auf dem Höhenrücken, auf dem die Strasse von Gemünden nach Langenprozelten führt. Geht man auf dieser Strasse in der Richtung Gemünden, Langenprozelten, so kommt man an eine Stelle, wo plõötzlich die Mainkiesel auftreten, während vorher nur Rollstücke des Buntsand- steins zu sehen sind. Die Buntsandsteingerölle, die eine gelbrote Pärbung zeigen, entstammen ohne Zweifel dem Sinn- und Saaletal. Dieser Geröllwechsel sagt uns, dass einst hier auch die vereinigten Nebenflüsse ihren Lauf hatten, als der Main noch in dieser Höhe floss. Sehr wahrschein- lich hat hier ihre Mündung gelegen. Bei Langenprozelten biegt die Diluvialterrasse um und lässt sich bei Hofstetten auf der linken Mainseite weiter verfolgen. Bei Hofstetten wird das Tal wieder breiter. Der Main, der jetzt bei Langenprozelten seine Richtung ändert, bog früher schon bei Hofstetten um, so dass zwischen ihm und Langenpro- zelten ein grösseres Vorland lag. Er verlegte seinen Lauf stufenweise tiefer. Der tote Arm bei Hofstetten, der einige Meter über dem Mainspiegel liegt, zeigt das. Sein Lauf rückte mehr gegen die Spessartseite. Das Gehänge ist unterhalb Langenprozelten sehr steil. In dem engen Tal ist kaum Raum für die Strasse und die Eisenbahn. Bei dem Orte Neuendorf ist der Fall ähnlich wie bei Gemünden. Die Diluvialterrasse liegt wieder auf der Spessartseite. Der Fluss bildet eine Serpentine gegen die fränkische Seite hin. Die steilen Gehänge sind auf dem linken Ufer, während


