Aufsatz 
Über Oberflächengestaltung im Spessart
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 32—

dem Schichtenfall ein. Von diesen kleinen Flüsschen ist der Bach der canonartigen Klingenberger Schlucht erwähnenswert. Er gabelt sich nach oben, umgeht die Tongrube und schreitet durch Rückwärtserosion immer weiter aufwärts. Härtere Sandsteinfelsen, welche Quer- riegel in der Schlucht bilden, werden durchsägt, indem das Wasser an den Schichtköpfen eindringt, die Felsen zer- schiefert und abblättert. Von der Schlucht aus haben sie schon seitwärts, in der Streichrichtung des Buntsandsteins, Wasserrinnen entwickelt. Die Klingenberger Schlucht ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich ein ganzes Talsystem entgegen dem Schichtenfall vom Gehänge her bilden kann. Ein grösseres Interesse gewinnen Kahl und Elsava. Die Elsava entspringt an der Westseite der Eselshöhe bei Hessental. Sie hat bis Eschau einen gestreckten Lauf. Von hier an biegt sie dann rechtwinkelig nach Westen um und fliesst dem Schichtenfall entgegen. Unterhalb Eschau ist das Tal sehr weit, verengt sich aber plötzlich bei Himmel- tal und erweitert sich dann wieder gegen das Maintal hin. Wir haben es hier ziemlich sicher mit einer Anzapfung zu tun. Verschiedene Tatsachen sprechen dafür. An der Ausmündung des Heubaches in das Maintal liegen mächtige geschichtete Sandmassen, mit vielen grossen, halbge- rundeten und kantigen Sandsteinstücken. Da die Main- kiesel fehlen, können diese enormen Sandmassen, die früher das ganze Heubachtal sperrten, und vielleicht sogar eine Wasseranstauung verursachten, nur von einem grösseren Bache stammen, welcher hier in den Main floss. Im Heu-— bachtale finden sich auch in ungefähr 210 m Meereshöhe grössere geschichtete Sandmassen und Tone, die nur von einem Bach herrühren können, der früher in dieser Höhe floss. Diese Sandmassen dürften mit dem früheren El- savalauf im Zusammenhang stehen. Die Elsava floss von Eschau südwärts weiter der Bruchstufe des Mönchs- und Ospissberges entlang bis Gross-Heubach und wurde dann von einem vom Maintale her sich einschneidenden Bache unterhalb Eschau angezapft. Die Entstehung des anzapfenden Baches hängt mit der Verwerfung in diesem Gebiet zusammen.(Siehe Tektonik.) Die Talstrecke von Himmeltal abwärts dürfte auf ähnliche Weise entstanden sein, wie die Klingenberger Schlucht. Für die Anzapfung spricht auch der Charakter des Tales. Wäre das Elsava tal ursprünglich in seiner heutigen Form angelegt gewesen, so müsste es in ziemlich ausgereiftem Zustande sein, wie das fast ausnahmslos bei allen Spessarttälern der Schichten- tafel der Fall ist. Die breite Talsohle fehlt aber auf der