Aufsatz 
Über Oberflächengestaltung im Spessart
Entstehung
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Westrande des süddeutschen Beckens beobachten können. Sehr auffallend ist auch der Parallelismus einzelner Fluss- strecken. So verhält sich der Main von Wertheim bis Miltenberg genau wie der Neckar von Eberbach bis Heidel- berg. Ferner fliessen der Neckar von Heilbronn bis Eber- bach, die Tauber und der Main von Marktbreit bis Ge- münden in paralleler nordwestlicher Richtung. Die ge- nannten Flussstrecken haben die nordwestliche Richtung, obgleich die Schichten im allgemeinen nach Südosten ein- fallen. Dieser Erscheinung liegt sicher eine gemeinsame Ursache zu Grunde. Es ist möglich, dass die Neigung der Schichten früher der heutigen entgegengesetzt war. Wenn wir diese Annahme machen, dann ist der widersinnige Mainlauf verständlich. Der Fluss ist eben älter als die heutige Schichtenneigung und floss bei Beginn der Tertiär- zeit in nordwestlicher Richtung dem Rheinischen Schiefer- gebirge zu. Als dann durch die Dislokationen der mittleren Tertiärzeit, besonders durch die Bildung der Untermain- ebene, die Schichtenneigung sich änderte, behielt er durch krättiges Einschneiden seinen Lauf bei.(Antezedenz- theorie.)“*“) Ob der ganze Mainlauf schon vor Beginn der Dislokationen in seiner heutigen Form angelegt war, ist sehr fraglich. Die Tertiärablagerungen der Untermainebene scheinen dagegen zu sprechen. Das Senkungsfeld der Unter- mainebene wurde gegen Ende der Tertiärzeit vom Meere eingenommen. Die Ablagerungen dieses Meeres sind durch verschiedene Tiefbauarbeiten bei Frankfurt bekannt ge- worden. Sie enthalten nach den Untersuchungen Kin- kelins keine Gesteine vom Fichtelgebirge.**) Wäre der Mainlauf in der Tertiärzeit schon ganz angelegt gewesen, so müssten sich solche vorfinden. Die Wasser der frän-— kischen Triaslandschaft haben demnach erst bei Beginn der Diluvialzeit Anschluss an den Spessartlauf des Maines er-— halten.**†) Wenn das zutreffend ist, dann entsteht die Frage nach dem tertiären Oberlauf des Maines. Es ist möglich, dass die Tauber mit ihrem widersinnigen Lauf denselben bildete. Wir hätten dann einen Pluss. welcher, ähnlich wie der Neckar, nordwestlich floss und dann bei Wertheim nach Westen umbog, so wie der Neckar bei Eberbach.

Die Sinn kommt von der Rhön und berührt nach ihrer Umbiegung bei Jossa den Spessart bis Gemünden.

*) Vergleiche Philippson, Studien über Wasserscheiden, Leipzig 1886. **) Kinkelin, Fr.: Der Pliocänsee des Rhein etc. ) Bavaria: Landes- und Volkskunde des Königreiches Bayern, VI. Band, I. Abt., S. 12.