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und jede Empfindung einer Bewegung iſt eine mehr oder weniger elementare Nachahmung der wahrgenommenen Bewegung; d. h. wie die ſubjektive Vorſtellung einer Bewegung oder eines Gefühls der Beginn dieſer Bewegung oder dieſes Gefühls in uns iſt, ſo wird die Wahrnehmung einer Bewegung oder eines Gefühls bei einem anderen der Widerhall davon in uns ſelbſt. Die Wahrnehmung des Schmerzes bei einem anderen iſt in gewiſſer Beziehung das Vorſpiel des Schmerzes in uns. Dieſer Schmerz bereitet uns unter Umſtänden indirekt ein Vergnügen(vgl. das Gefühl der Rache, das moraliſche und äſthetiſche Mitleid) und zwar aus dem Grunde, weil der angenehme oder unangenehme Charakter einer Erregung nicht von dem erſten geiſtigen Zuſtand, der ihm als Vorſpiel dient, ſondern von der Thätigkeit der nachfolgenden inneren Reaktion herrührt. Dieſe kann ſtark ſein und hat dann als Reſultat eine Anregung(excitation) des Nervenſyſtems, keine Depreſſion oder Störung, und das, was ein Leiden geweſen wäre, wird zur Freude. Je mehr Nervenkraft entfaltet wird, deſto größer iſt das Luſtgefühl, und nach dem Geſetz, daß leicht überwundener Widerſtand das Vergnügen einer Machtentfaltung hervorruft, ent⸗ ſtehen hier geiſtige, pſychologiſchen ſehr ähnliche Erſcheinungen, die anfangs unangenehm ſind, dann aber durch den Andrang von Nervenkraft, den ſie hervorrufen, angenehm werden.(Ubergießungen mit kaltem Waſſer, ſtarke Hautreibungen u. dgl.)
Der Schmerz, den ein Individuum empfindet, überträgt ſich alſo nicht notgedrungen auf ein anderes unter der Form des Schmerzes. Die Nervenerregung, deren Üübertragung ſtattfindet, kann in gewiſſen Fällen bis zum Vergnügen am Mitleid führen. Das Gefühl einer Gefahr oder eines Schmerzes bei dem einen Individuum ruft bei dem andern Reflexbewegungen hervor, die darauf hinzielen, dem ſchmerzhaften Punkt Erleichterung zu verſchaffen oder die Gefahr zu beſeitigen.„Ce qui fait que, dans la pitié active, on jouit plus qu'on ne souffre, c'est qu'on agit plus qu'on ne patit.“.
Spinoza hat zwar erkannt, daß die Mechanismen der Rache und des Mitleids identiſchen Grund haben. Während aber das Vergnügen an der Rache bedingt iſt durch die Erregung aller antiſozialen Gefühle, die die Civiliſation zu vernichten ſtrebt,
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