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Procuratoren, Real⸗ und Gymnaſtal⸗Lehrer(die Philologen erhielten im philologiſchen Seminar an der Landes⸗Univerſität alle die goldene Preis⸗Medaille), Finanz⸗, Eiſenbahn⸗ und Poſtbeamten (Poſtmeiſter), Baumeiſter, Ingenieure und Maſchiniſten, viele Officiere(mehrere davon bereits im Hauptmanns⸗Range), von denen zwei auf dem Felde der Ehre ſtarben, und deren Vater als Oberſt des damals hier garniſonierenden 3. Großh. Infanterie⸗Regiments beſonders bei der Wieder⸗ geburt unſeres Gymnaſiums thäͤtig war; einen unſerer Schüler ſehen wir im Miniſterium des Großherzoglichen Hauſes und des Aeußeren ſowie in der Großh. Oberſtudien⸗Direction angeſtellt, einen als Director der kath. Taubſtummen⸗Lehranſtalt, zwei als Lehrer an der höheren Gewerbſchule, einen als Profeſſor an der Landes⸗Univerſität, einer, der oben genannte Präſident der hieſigen Großh. Handelskammer, iſt Mitglied der erſten Ständekammer ꝛc. ꝛc.— Nachdem dieſer Letztere in ſeiner erſtgenannten Eigenſchaft mit den übrigen Mitgliedern der Gr. Handelskammer der Ge⸗ ſchäftswelt gegenuͤber unſerem Gymnaſium ſo warm das Wort geredet hat, ſo dürfen wir uns nach dieſer Pietät*) um ſo mehr der Hoffnung hingeben, daß er auch als Mitglied der erſten Stände⸗ kammer die hier angedeuteten beſonderen Gründe für die Exiſtenz⸗Berechtigung unſeres Gymnaſiums wiedervorkommenden Falles zur Geltung bringen wird, zumal da wenigſtens bei letzterem, als einer bisher allgemein bildenden Jugend⸗Lehranſtalt, der Hauptgrund, welcher die hohe erſte Kammer zum Antrag auf Einziehung reſp. Umwandlung der Gymnaſten in den drei kleineren Städten des Landes beſtimmt zu haben ſcheint(Ueberfluß an Staatsamts⸗Adſpiranten), hier in Worms wenigſtens ganz wegfällt. Denn der Rheinländer überhaupt weiß zwar den Werth der Wiſſenſchaft zu achten und ſucht ſie ſich eifrig anzueignen, aber er verſucht mit ihr keineswegs allein oder vorzugsweiſe ſein Glück im Staatsdienſte, ſondern weiß ſie im Allgemeinen mehr anderswo, in der rationellen Landwirthſchaft, in Anlegung von Fabriken, Großhandlungen und andren bürger⸗ lichen Gewerben glücklich zu verwerthen. Es iſt bekannt und in Zahlen bereits nachgewieſen, daß in Rheinheſſen das alte Wormſer Wonnegau verhältnißmäßig die wenigſten Staatsamts⸗ Adſpiranten liefert. Vrgl. Darmſtädter Gymnaſial⸗Progr. vom J. 1854, S. 51. Von den im J. 1853 geprüften 114 Abiturienten hatte Büdingen 5, Worms 6, Bensheim 13, Gießen und Mainz jedes 22, Darmſtadt 46.— Unter den im Winter 1853—54 auf der Landes⸗Univerſität ſtudierenden Inländern waren nach den drei Provinzen des Landes a) 99 Starkenburger, worunter 44 Darmſtädter und 6 Offenbacher; b) 132 Oberheſſen, worunter 48 Gießener; c) 83 Rheinheſſen, worunter 33 Mainzer und 13 Wormſer. Nach dieſer Berechnung ſtudierten damals 3mal mehr Gießener als Darmſtädter, 6mal mehr Gießener als Mainzer, 11 mal mehr Gießener als Offen⸗ bacher, 4mal mehr Gießener als Wormſer. Sapienti sat.
*) Wenn wir bei öffentlichen Verſammlungen von Schulmännern über Abnahme der Pietät unter den Schülern klagen hörten, ſo konnten wir, im Allgemeinen genommen, in Hinſicht auf unſere Lehranſtalt in dieſe Klage nicht ein⸗ ſtimmen. Sowohl bei meinem Lehramts⸗ und Directorats⸗Jubiläum als auch im Jahr 1854 bei dem der Anſtalt haben unſere früheren Schüler ſowohl in der Nähe wie mitunter in weiter Ferne im Ganzen eine warme Pietät gegen ihre alma mater auf vielfache Weiſe an den Tag gelegt, wie früher berichtet worden iſt, und es darf daraus wohl der Schluß gezogen werden, daß bei ihnen, mit verhältnißmäßig ſehr wenigen Ausnahmen, nicht nur der Kopf ſondern auch das Herz gebildet ward. Ii 1al8.
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