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üͤberhaupt(d. h. wohl der Gymnaſten in den kleineren Städten) annimmt und in einer Ein⸗ ztehung reſp. Umwandlung, zum Beßten der drei in den groͤßeren Städten, in Darmſtadt, Gießen, Mainz, ſowie zur Vermeidung des Ueberfluſſes an Staatsamts⸗Adſpiranten, einen großen Schaden des Landes erblickt. Es iſt hier nicht der Ort zu einer Unterſuchung, ob der Ueber⸗ fluß an Staatsamts⸗Candidaten urſprunglich ſeinen letzten Grund in der Mehrheit der Gymnaſien habe oder nicht; noch ob eine Lehranſtalt den Namen groß oder klein dadurch verdient, daß ſie in einer größeren oder kleineren Stadt, unter einem größeren oder kleineren Zuſammenfluß von Militär⸗ und Staatsbeamten ihren Sitz hat; noch ob kleinere oder größere Städte zur Erziehung der Jugend, welche doch unſtreitig das Ziel jedes Unterrichtes iſt oder ſein ſoll, tauglicher ſeien; noch ob die Aufrechthaltung eines Gymnaſiums mehr Umſicht und Geſchick in einer kleineren Stadt verlangt, als in einer größeren; noch wollen wir uns darauf berufen, daß Worms einſt größer war und eine wenigſtens eben ſo große Anzahl von wiſſenſchaftlich Gebildeten jeden Standes in ſeinen Mauern hatte als manche Stadt, welche nun ihm gegenüber groß geworden iſt, und daß es daher, wie oben ſchon erwähnt ward, zwei Gymnaſten beſaß: genug, unſer Gymnaſium iſt durch ſeine Geſchichte, namentlich durch die in den letzten 30 Jahren überwundenen Schwierigkeiten, in ſeiner Exiſtenz geſtchert, weil es in jenen ſchwerlich ſich in der Art wiederholenden ſchlimmen Tagen ſeine Berechtigung nach jeder Seite bewährt hat. Nebſtdem iſt das hieſige Gymnaſtum durch die In⸗ tention ſeiner bedeutenden Stiftungen geſichert, ein Grund, der namentlich in der hohen erſten Kammer auf geneigtes Gehör hoffen darf. Wird aber Gewicht auf die Schülerzahl gelegt, ſo wiſſen wir zwar: parvum parva decent; aber gilt es Sein und Nichtſein, ſo kann und muß auch der Beſcheidenſte reden—, was wahr iſt. Nach den neueſten Programmen ſteht aber feſt, daß unſere Geſammt⸗Schuͤlerzahl nur der von zwei der übrigen fünf Landesgymnaſien, von dem der größten Provinzial⸗Hauptſtadt Mainz um den Unterſchied von 48 und von dem der Reſidenz Darmſtadt um den Unterſchied von 33 nachſteht, trotz dem daß unſer Gymnaſium, in einer vorzugsweiſe induſtriellen Stadt von höchſtens 10,000 Seelen, an der einen Seite nur Stunde von Rheinbayern entfernt, ringsum übrigens von drei Landes⸗Gymnaſien und mehreren Real⸗Schulen umgeben iſt. Soll aber die Schuülerzahl unſerer Lehranſtalt geſondert (als Gymnaſiaſten und Real⸗Schüler) mit den verwandten Anſtalten des Landes in Vergleich kommen, ſo uͤberſchreiten wir nicht die Beſcheidenheit, wenn wir ſagen: sumus extremi primorum, extremis usque priores. Die Quantität allein beweiſ't freilich nicht Viel; wenn aber die Schulerzahl einer Lehranſtalt ſeit etlichen dreißig Jahren(ſeit 1829, da ſie 66 Schüler zählte) nachweislich fortwährend zunahm: ſo muß dieß bei einem unparteiiſchen Beurtheiler ſicherlich in Anſchlag gebracht werden. Und was die Qualität unſerer Schuler anlangt, ſo ſind aus ihrer Zahl ſowohl geſchickte und unternehmende Kaufmänner, Fabrikanten und Geſchäftsmänner jeder Art, als auch tüchtige, mitunter hochſtehende Beamten in allen Zweigen hervorgegangen, obwohl unſer Gymnaſium erſt ſeit 1832 das Recht wieder erlangt hat, ſeine Schüler unmittelbar zur Univerſität zu entſenden. Wir zählen unter unſeren Schulern Civil⸗ und Militär⸗Aerzte, Apotheker, Seelſorger(unter den letzteren zwei Gymnaſial⸗Religionslehrer, einen hier und einen in Mainz), Notäre, Advocaten an den Obergerichten zu Alzey und Mainz, mehrere Oberrichter und Staats⸗
„Gymnaſien erforderlichen Fonds; die immer wiederkehrenden Forderungen behufs neuer Verwilligungen bei den Ständen
„würden aufhören, und ein großer Theil ſpäterhin unglücklicher Aſpiranten zum Staatsdienſte würde aus ſelbſtredenden
„Gründen rechtzeitig veranlaßt werden, ſeine Kräfte dem Ackerbau, der Induſtrie oder gewähnlichen Gewerben zuzuwenden.“ * 3


