Auguſt bis zum Schluſſe des Semeſato 26. Sept., ltelüttes duich ein Tandereeht Leiden vom 27. April bis Pfingſten. 121 7. Der Maturitäts⸗Prüfung untgrzogen ſich am Ende des Schuljahres die Ober⸗Primaner Lange, Goldbeck, Löb u. S. Mayer; der erſt genannte ſtudiert Philologie, die übrigen Medicin. — Von den 7 Abiturienten am Ende des vorigen Schuljahres beſtanden 2 dir Prüfung mit Nr. III, 4 mit Nr. II. 1 mit Nr. I
8. Die Bibliothek wurde wie bisher auch im verfloſſenen Schuljahr wöchentlich für Lehrer und Schüler geöffnet.
9. Der uns antlich zugeſchicke Jahres⸗ Bericht der Großherzoglichen Han⸗ delskammer zu Worms für das Jahr 1859, S. 18, enthält über das hieſige Gymnaſium eine ausgeſprochene Anſicht, die für die Geſchichte desſelben zu wichtig iſt, als daß ſie in der Chronik unſerer Anſtalt unbemerkt bleiben ſollte; ſie lautet:„Unſer Kaufmannsſtand, an „deſſen Tüchtigkeit wir, wie angedeutet, einen gewiſſen Antheil der guten Schule zuſchreiben, hat „in recht vielen Beiſpielen die Wahrheit der Behauptung beſtätigt, daß eine gehörige Gymnaſtal⸗ „Bildung als Grundlage gediegenen Wiſſens und den Weg auf dem Gebiete der praktiſchen Wiſſen⸗ „ſchaften erleichternd, nicht für den zukünftigen Gelehrten allein ſondern namentlich auch für den „Kaufmann von unberechenbarem Werthe iſt. Wir möchten die Gymnaſien nicht ausſchließlich als „Vorbereitungsſtelle für die Hochſchule, ſondern als diejenige Bildungsanſtalt betrachtet wiſſen, „welche im Allgemeinen den Grund legt zu der Befähigung aller Berufs⸗Klaſſen: ſich ſelbſt und den „öffentlichen Angelegenheiten, welche die Volkswirthſchaft zur Grundlage genommen haben, ein
„guter Berather zu ſein. Es würden deßhalb die kleineren Gymnaſten nur zum größten Schaden ebes Landes eingezogen, das heißt in andre Schulen umgewandelt werden können.“
Wer ſeit etlichen 30 Jahren die Entwicklung und das Wiederemporſtreben unſerer, aus den zwei ehemaligen Gelehrten⸗Schulen, dem kath. Seminarium und dem proteſt. Gymnaſtum noch unter dem franzöſ. Conſulate 1804 zu einer ſ. g. Secondär⸗Schule vereinigten Lehranſtalt beobachtet hat, der wird ſich erinnern, daß dieſelbe, als ſie ſich ſeit 1829 bloß auf eignen, in den Kriegszeiten zum Theil verunglückten Fonds fußend, kaum zu einem Gymnaſium von vier Hauptklaſſen leidlich ein⸗ gerichtet hatte, eine allgemeine Kriſis zwiſchen zwei extremen Schulrichtungen zu beſtehen hatte, wie nicht leicht ein andres Gymnaſium, und welche vor etlichen zwanzig Jahren ſogar ein Mal im hie⸗ ſigen Gemeinderath einen Antrag auf gänzliche Umwandlung in eine Real⸗Schule augenblickltch veranlaßte Dieſe unter Widerwaͤrtigkeiten mancherlei Art beſtandene Kriſis iſt geſchildert in unſerem Prüfungs⸗Programm 1841 S. 6—15, theilweiſe auch in dem vom J. 1842 S. 19—27 und mit⸗ unter in denen der folgenden Jahrgänge, ſowie in der gelegentlich des 50jährigen Jubiläums der Anſtalt im Drucke 1854 erſchienenen Rede des Directors, nachdem jene wiederholten Kämpfe hier zu einiger Verſtändigung gekommen und eine vorläufige Abſchließung oder Ausgleichung erlangt hatten, wäͤhrend in andren größeren Städten des In⸗ und Auslandes jener Schulſtreit durch eine Art von ſalomoniſchem Beſcheide, durch Zweithetlung und völlige Sonderung in Local und Leitung, ſeine Ent⸗ ſcheidung gefunden zu haben meinte.— Die vermittelnden Principien der hieſigen Schulleitung waͤh⸗ rend einer längeren Reihe von Jahren ſind bereits in oben zuerſt genannter Druckſchrift, wie ſie aus der örtlichen Erfahrung und einer vernünftigen Pädagogik geſchöpft waren, ſowohl in Abſicht auf die Vergangenheit als auch für die Zukunft ausgeſprochen worden, auf welche wir deßhalb uns beziehen müſſen.— Vermitteln iſt überhaupt nirgends leicht, meiſt ſehr undankbar, letzteres, weil die angebliche Entſchiedenheit oft nur eine ſehr bequeme Einſeitigkeit und daher eine deſto rückſichtsloſere Nichterin iſt, oft


