Aufsatz 
Vergleichende Darstellung der lateinischen und französischen Conjugation
Entstehung
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Im Lateiniſchen finden ſich genau entſprechende Veränderungen nicht.2) Wir wollen dieſe dem Franzöſiſchen eigenthümlichen phonetiſch⸗orthographiſchen Verän⸗ dernngen im Folgenden näher kennen lernen.

Die Stämme der 1. Conjugation der ſchwachen Verba, welche auf die Kehllaute c und g auslauten, würden vor den mit den Vocalen a undo anfangenden Endungen ihren eigentlichen c und g Laut verlieren. Um dieſes zu vermeiden, wird bei den auf g auslautenden Stämmen vor den genannten Vocalen ein Hilfs⸗e eingeſchoben, während bei den auf e auslautenden Stämmen in dieſem Falle ein cédille unter das e geſetzt wird. Wir bilden alſo: nous mangeons(nicht nous mangons), je man- geais inicht je mangais); ferner: nous commençons(nicht commencons), je com- mencais(nicht commencais); aber: vous mangez, vous commencez, nous mangions, nous commencions u. ſ. w.

Die auf l und t auslautenden Stämme der ſchwachen Verba der 1. Conjugation verdoppeln vor ſtummem e den auslautenden Konſonanten. Man bildet daher: j'appelle, tu appelles, il appelle, ils appellent ete; aber: nous appelons, vous appelez, nous appelions, nous appelâmes u. ſ. f. Aehnlich bildet z. B.jeter: je jette, tu jettes, il jette, ils jettent u. ſ. f.; aber: nous jetons, nous jetämes u. ſ. w. Von dieſer Regel ſind auszunehmen die Verba: geler, celer, acheter, crocheter, feuilleter, épousseter, empaquater und dépaquater. Dieſe verdoppeln nämlich den auslautenden Stammkonſonanten nie, ſetzen aber auf das vor ſtummem e ſtehende e einen accent grave z. B. j'achète, tu achètes, il achète, ils achètent, il gôle; aber: nous acnetons, vous achetez, il gela, il celait u. ſ. w.; ferner: je crochète, tu époussètes, il empaquète, ils dépaquòtent, je feuillète u. ſ. w.

Wie geler, acheter und ceſer bilden alle noch nicht genannte Verba, welche in der letzten Stammſilbe ein e muet haben. So z. B. mener: je mene, tu moͤnes, il mène, ils mènent; aber: nous menons, vous menez, je menais, il menait, nous menâmes, vous mendtes u. ſ. w.

Diejenigen Verba, welche in der letzten Stammſilbe ein é haben, verwandeln vor den Endungen e, es und ent im présent und impératif das 6 in d. Man ſchreibt daher: je préfère, tu préfères, il préfère, ils préfèrent, que je praéfère, que tu préfères, qu'ils préfèrent, préfère; aber: nous préférons, vous préférez, que nous prõéférions, que vous préfériez. Ausgenommen hiervon ſind die Verba auf éer und éger, welche é immer behalten.

„Eine weitere orthographiſche Eigenthümlichkeit findet ſich bei den anf oy und uy auslautenden Stämmen. Sie verwandeln nämlich das y vor e muet in i z. B. employer(Stamm employ) bildet: j'emploie, tu emploies, il emploie, ils emploient,

²) Annähernd laſſen ſich vielleicht die Naſalirung der Präſens⸗ reſp. Perfectſtammes gewiſſer Verba, die Aſſimilirung gewiſſer Konſonanten und die Verwandlung des Endkonſonanten d im Stamm ed(edere) in s vor t und s u. ſ. w. vergleichen.