Aufsatz 
Jüdische und heidnische Zeugnisse über Christus und das Christentum aus den zwei ersten Jahrhunderten vor und im ersten Jahrhundert nach Christus : 2. Teil. Die Zeit der Erfüllung der Sehnsucht
Entstehung
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Der 3. ordentliche Lehrer Conrector Priedrich Brandscheid, welcher an hie- siger Anstalt zuerst seit December 1853 bis Ostern 1855 als Hülfslehrer, dann nach anderthalbjähriger Unterbrechung seiner öffentlichen Lehrthätigkeit zunächst in gleicher Eigenschaft und später als Collaborator am Gymnasium zu Weilburg und seit Ostern 1864 wieder an hiesiger Anstalt als ordentlicher Lehrer gewirkt hatte, war unter dem 4. Juli v. J. durch Ministerialerlass vom 1. October ab mit Pension in den Ruhestand versetzt worden.

Dagegen wurde durch Verfügung der hohen Behörde der Candidat Carl Ruppel, wie im vorangegangenen Semester, mit Versehung einer Lehrerstelle an hiesiger Anstalt beauftragt, und ebenso der Candidat Anton Jehni), welcher am Apostel-Gymnasium in Cöln das Probejahr abgehalten hatte, der hiesigen Anstalt als Hülfslehrer zugewiesen. Der Letztere wurde am 15. October in sein Amt eingeführt. Auch trat gemäss der Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 31. Juli v. J. mit Beginn des Semesters der Candidat Kuno Füttererz) das vorschriftsmässige Probejahr an.

Die Vermehrung der Lehrkräfte erfolgte in Rücksicht auf die wegen Steigerung der Frequenz der IIb nothwendig gewordene Trennung der beiden Abtheilungen der II, die für das verfiossene Schuljahr wegen ihrer geringeren Schülerzahl zusammengelegt worden waren.

Am 19. November erlitt die Anstalt durch den in Folge wiederholten Blutbrechens eingetretenen Tod ihres Mathematikers, Oberlehrers Dr. Brutkowski, einen ebenso schweren wie schmerzlichen Verlust. Obwohl seit Beginn des Semesters an einem hart- näckigen Katarrh leidend, der jedoch bei der sonst anscheinend rüstigen Kraft des im 49. Lebensjahre stehenden Mannes keine Besorgniss erregte, hatte derselbe noch bis zum 17. November mit unermüdlichem Berufseifer seine Amtsthätigkeit in ihrem vollen Um- fange geübt. Am 22. ci., morgens 9 Uhr, geleiteten Lehrer und Schüler den Verstorbenen zum Grabe. Nach der Beerdigung bewegte sich der zahlreiche Leichenzug zur Pfarr- kirche, wo der Religionslehrer Gymnasiallehrer Westenberger die Exequien celebrirte und die Trauerrede hielt. Die frühere Wirksamkeit des Verstorbenen am Marien- Gymnasium in seiner Vaterstadt Posen wurde 1866 und 1870 durch seine Einberufung zur Fahne unterbrochen. Zum Premier-Lieutenant befördert, hat er dann in seiner Vaterstadt noch bis zum Herbst 1873, und seit dem 24. November desselben Jahres an hiesiger Anstalt als Lehrer gewirkt. Er hat sich bei seinen Berufsgenossen durch echte

¹1) Anton Jehn, geboren am 23. März 1851 zu Bronzell bei Fulda, katholischer Confession, Sohn des verstorbenen Gutsbesitzers Jehn daselbst, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Fulda und widmete sich dann vom Herbst 1871 bis 1875 auf der Universität zu Marburg dem Studium der Philo- logie. Nachdem er daselbst am 26. Mai 1876 sich das Zeugniss pro fac. doc. erworben, trat er zufolge Verfügung des Königl. Provinzial-Collegiums zu Coblenz vom 26. August im Herbst ci. an dem Apostel- Gymnasium zu Cöln das vorschriftsmässige Probejahr an.

²) Kuno Fütterer, geboren zu Heiligenstadt am 12. Oct. 1849, katholischer Confession, Sohn des verstorbenen Gymnasial-Oberlehrers Fütterer daselbst, erwarb sich die Gymnasialbildung in seiner Vaterstadt, studirte dann seit Herbst 1871 theils in Göttingen, theils in Leipzig und bestand im Frühjahr 1876 in Göttingen die Prüfung pro fac. doc.