˖——————-x—qã——ã—
6) Naturgeſchichte: 2 St. Die Säugethiere und theilweiſe die Vögel, nach Leunis.
Leyendecker.
7) Schreiben: 3 St. Einübung der deutſchen und lateiniſchen Alphabete; Anwendung der eingeübten Buch⸗ ſtaben. Deckn.
8) Zeichnen: 2 St. Anfangsgründe im Nachzeichnen grader Linien verſchiedener Lagen und daraus entwickelter ſymmetriſcher Figuren; die Bogenlinien zu leichten Orna⸗
der unteren Abtheilung nahmen an dentſelben 32, in der oberen 12 Schüler Theil.
Untere Abtheilung: 2 St. buch bis§. 14. Leſeübungen. Barbieux.
Obere Abtheilung: 2 St. Die Grammatik nebſt Uebungen nach Munde's II. Curs bis zu Ende, ſowie die Briefe. Aus⸗W. Irving's Sketch-Book: Christmas eve, Christmas day, the Spectre bridegroom.
Derſebe.
Schmidt's Elementar⸗
menten, Gefäßen und Pflanzenformen; Eintheilung des menſchlichen Kopfes. Diefenbach. 9) Geſang: 2 St. combinirt mit Quinta.
Die gymnaſtiſchen Uebungeun leitete der Gym⸗ naſiallehrer Leyendecker. Beſondere Vorübungen dazu leitete der Pedell Keßler, wie auch die Schwimmübungen der Schüler. Die gymnaſtiſchen Uebungen im Winter wurden beſonders zur Ausbildung von Vorturnern be⸗ trieben.
Der Unterricht in der engliſchen Sprohche iſt facultativ und wird in zwei Abtheilungen ertheilt. In
Die im Vorſtehenden dargeſtellte Lehrverfaſſung des Schuljahres 1868/69 ſtimmt mit dem Lehrplan des Gymnaſiums noch nicht in allen Punkten überein. Dies hat ſeinen Grund darin, daß einerſeits die Uebergänge in die neue Ordnung ohne Störung des regelmäßigen Lehrganges zu bewirken waren, andererſeits die vollſtändige Theilung der Prima erſt mit dieſem Schuljahr eintrat. Letzteres hatte für den deutſchen Unterricht in Prima die Folge, daß in beiden Abtheilungen der Lehrſtoff aus der Litteraturgeſchichte derſelbe war. Für den mathematiſchen Unterricht wurden in den oberen Claſſen jetzt noch nur 3 Stunden verwendet, weil nach dem früher vorgeſchriebenen Lehrplan die Behandlung dieſes Gegenſtandes mehr in die unteren und mittleren Claſſen verwieſen war. Der griechiſche Unterricht mußte in Quarta und Untertertia zugleich angefangen werden. Weil aber in Quarta jetzt auch der franzöſiſche Unterricht beginnen ſollte, ſo wurden dem Griechiſchen im Sommerſemeſter 7 Stunden, im Winterſemeſter 5 Stunden, dagegen dem franzöſiſchen Unterricht, welcher erſt im Winterſemeſter begann, 4 ſtatt 3 Stunden eingeräumt.— Etwaige weitere Abänderungen des Lehrplans, die ſich als zweckmäßig ergeben ſollten, werden allemal in dem Programm veröffentlicht werden.
Die Aufnahme in die unterſte Claſſe des Gymnaſiums geſchieht vorſchrifts⸗ mäßig nicht vor dem vollendeten neunten Lebensjahre. Bei der Aufnahmeprüfung müſſen folgende elementare Vorkenntniſſe nachgewieſen werden: Geläufigkeit im Leſen deutſcher und lateiniſcher Druckſchrift; Kenntniß der Redetheile; eine leſerliche und reinliche Handſchrift; Fertigkeit, Dictirtes ohne grobe orthographiſche Fehler nachzuſchreiben; Sicherheit in den vier Grundrechnungsarten in ganzen Zahlen; Bekanntſchaft mit den Geſchichten des alten und neuen Teſtaments.
Zum Schluß der Darſtellung des Lehrplans, S. 20 unten, iſt die Forderung von Kenntniſſen in den Naturwiſſenſchaften, welche bei dem Maturitätsexamen geſtellt wird, nachzutragen, nämlich: Klare Einſicht in die Hauptlehren über die allgemeinen Eigenſchaften der Körper, die Geſetze des Gleichgewichts und der Bewegung, über Wärme, Licht, Magnetismus und Electricität.— In der Naturgeſchichte muß eine hinreichend begrün⸗ dete Kenntniß der allgemeinen Claſſification der Naturproducte erworben ſein.


