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teilte Turnunterricht wurde dem wissenschaftlichen Hülfslehrer Herrn Dr. Gräfenberg, der von ihr in der 1., 2., 3. und 4. Mädchenklasse erteilte Handarbeitsunterricht ihrer Schwester, der Lehrerin Frl. Paula Goldberg übertragen.
Am 1. Oktober 1892 trat Herr Oberlehrer Blum, der zu unser aller Bedauern durch ein Halsleiden schon lange an der Ausübung seines Berufes gehindert war, in den ihm auf scin Ansuchen ehrenvoll gewährten Ruhestand. Es fand damit eine seit dem Jahre 1856 unserer Schule gewidmete segensreiche Lehrthätigkeit ihren Abschluß. Durch enge Freundschaft mit dem um die Hebung des naturwissenschaftlichen Unterrichts in unserer Stadt hochverdienten, leider zu früh verstorbenen, unvergeßlichen Professors Noll verbunden, war Herr Blum lernend und lehrend bemüht, den naturgeschichtlichen Unterricht an unserer Schule zeitgemäß zu ge- stalten. Dadurch und durch die zweckmäßige Vermehrung und Ordnung unserer naturgeschicht- lichen Sammlungen hat er sich ein bleibendes Verdienst um unsere Schule erworben. Von Sr. Majestät dem Kaiser wurde ihm der Königliche Kronenorden 4. Klasse verliehen, welcher ihm im Beisein eines Deputirten des Schulrats und des Direktors mit anerkennenden An- sprachen des Herrn Schulratspräsidenten Philipp Bonn und des Direktors überreicht wurde; die feierliche Entlassung des Herrn Blum aus dem Schuldienste erfolgte in unserer Aula bei der Eröffnung des Wintersemesters. Wir haben die Gewißheit, daß unser lieber Kollege nicht aufhören wird, wo sich ihm Gelegenheit dazu bietet, unsere Schule zu fördern, mit der sein Name ehrenvoll verbunden bleibt.
Gleichzeitig mit der Entlassung des Herrn Blum erfolgte die Einführung des uns von dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium zur Ableistung des Probejahres überwiesenen Kandidaten des höheren Schulamts, Herrn Dr. Max Levy, eines chemaligen Schülers unserer Schule, cbenso des wissenschaftlichen Hülfslehrers Herrn Dr. Max Joël und der Lehrerin Fräulein Paula Goldberg.
Unser Zeichenlehrer Herr Alexander Stix wurde in den Sommerferien von einem schweren Leiden ergriffen, das er aber heroisch bekämpfte, so daß er schon am 29. August seinen Unterricht wieder aufnahm und erst am 11. Januar nachmittags, auf Andringen des Direktors veranlaßt werden konnte, ihn abzubrechen. Am Morgen des 13. Januar ist er sanft verschieden, am 16. Januar haben wir, der Schulrat, Lehrer, Schüler und Freunde ihn zur ewigen Ruhe geleitet und ihm am Grabe einen ehrenden Nachruf gewidmet. Die Schule blieb vormittags geschlossen, nachmittags um 4 Uhr versammelten sich die Schüler und das Lehrer- kollegium in der Aula zu einer Gedächtnisfeier.— Alexander Stix wurde in Frankfurt am 26. Juni 1819 geboren. Er erhielt seinen ersten Unterricht in der Selektenschule und trat in seinem 10. Lebensjahre, völlig verwaist, in die damals hier bestehende Waisenhaus- schule. Im Alter von 14 Jahren trat er in eine Buchdruckerei als Lehrling ein und arbeitete bis zu seinem 22. Jahre hier und in Mainz als Buchdrucker. In Mainz erlernte er sodann die Holzschneidekunst und später durch Selbststudium und in dem Umgange mit Fachmänuern die Malerei. Im Januar 1867 wurde er als Zeichenlehrer an unsere Schule berufen, der er treu gedient hat, bis ihm die Kraft versagte. Es waren Lichtpunkte in seinem Leben, als das Lehrerkollegium mit seinen Familienmitgliedern im Sommer 1889 in dem nahen Wilhelmsbad seinen siebzigsten Geburtstag feierte und als im vorigen Jahre der Schulrat in Gegenwart des Lehrerkollegiums ihm zu seinem fünfundzwanzigjährigen Jubilänm eine Adresse und eine Ehren-


