Aufsatz 
Die Erdbeben des vorderen Kleinasien in geschichtlicher Zeit
Entstehung
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.12) Der Herr Unterrichtsminister bestimmt durch einen an sämtliche Provinzial-Schulkollegien gerichteten Erlaſs vom 27. Dezember 1890 in Abänderung der Ordnung der Entlassungsprüfung an Gymnasien vom 27. Mai 1882,§S 6, 2 und 9, 3, daſs 1) der lateinische Aufsatz, 2) die Ubersetzung in das Griechische bei der Versetzung in die Prima schon für den nächsten Reifeprüfungs- bezw. Versetzungs- termin allgemein in Wegfall kommen.

13) Provinzial-Schulkollegium erlälst am 28. Januar 1891 eine Anweisung für die Behandlung der äulfseren Dienstgeschäfte der Direktoren an den staatlichen höheren Schulen der Provinz und über- sendet der Direktion zwei Exemplare dieser Anweisung.

14) Provinzial-Schulkollegium sendet unter dem 31. Januar 1891 Abschrift eines Ministerial- Erlasses, durch welchen zu den Kosten des am hiesigen Gymnasium und Realgymnasium eingerichteten israelitischen Religionsunterrichtes ein Zuschuſs bewilligt wird.

III. Chronik der Anstalt.

1) Mit dem Beginne des Schuljahres, welches am 15. April 1890 in herkömmlicher Weise eröffnet wurde, traten in der Zusammensetzung des Lehrerkollegiums folgende Veränderungen ein. Die im Herbste 1889 zur Erledigung gekommene letzte ordentliche Lehrerstelle wurde dem bisherigen Hilfslehrer Dr. Heil übertragen, über dessen Leben wir nachstehende Mitteilungen geben.

Bernhard Heil, geboren am 12. April 1861 zu Hersfeld, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte von Ostern 1879 ab in Marburg, später in Leipzig klassische Philologie und Geschichte. Im Juli 1883 bestand er in Marburg das Examen pro facultate docendi und genügte vom Herbst 1883 bis 1884 seiner militärischen Dienstpflicht. Nachdem er im August 1884 die philosophische Doktorwürde erlangt hatte, begann er im Herbst 1884 am Gymnasium zu Hersfeld das Probejahr abzulegen. Am 1. Mai 1885 wurde er zur Vertretung eines erkrankten Lehrers an das Gymnasium zu Wiesbaden berufen und verblieb daselbst als wissenschaftlicher Hilfslehrer bis Ostern 1887. Darauf war er 2 ½ Jahre in gleicher Eigenschaft am Wilhelms-Gymnasium in Kassel thätig, kehrte im Herbst 1889 wieder an die hiesige Anstalt zurück und wurde Ostern 1890 zum ordentlichen Lehrer ernannt. Er veröffentlichte die DissertationLogographis dqui dicuntur num Herodotus usus esse videatur(Marburg 1884) und gab in Verbindung mit Dr. H. Schmitt die lateinische Schulgrammatik von Schottmüller in völlig neuer Bearbeitung heraus(Hannover 1889).

Nachdem sodann das Gesuch des Gymnasiallehrers Köhler um Versetzung in den Ruhestand (vergl. das vorigjährige Programm S. 36 f.) die Genehmigung der vorgesetzten Behörde gefunden hatte, rückten die ordentlichen Lehrer Spamer, Klau, Seipp und Dr. Heil in die nächstfolgende höhere Gehaltsstufe auf, während die letzte Lehrerstelle im Sommersemester unbesetzt blieb. Als wissenschaftliche Hilfslehrer wurden dem Gymnasium die Kandidaten des höheren Schulamts Albrecht Tiemann und Jakob Mosheim überwiesen, von denen der erstere bis dahin am Gymnasium zu Fulda, der letztere am Gymnasium zu Rinteln als Hilfslehrer thätig gewesen war. Dem Kandidaten Dr. Küster, welcher mit dem Schlusse des Schuljahres 1889/90 das vorgeschriebene Probejahr an der Anstalt beendet hatte, wurde auf seinen Antrag vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium gestattet, als unbesoldeter Hilfslehrer einige Unterrichtsstunden zu erteilen.

2) Unter dem 15. März 1890 wurde von Seiner Excellen« dem Herrn Unterrichtsminister eine neue Ordnung der praktischen Ausbildung der Kandidaten für das Lehramt an höheren Schulen festgesetzt, nach welcher in Zukunft die praktische Ausbildungszeit zwei Jahre dauert und aus einem Seminarjahr und einem darauffolgenden Probejahr besteht. Aus Anlafs der getroffenen neuen Bestimmungen beschlols das Königliche Provinzial-Schulkollegium durch Verfügung vom 16. April 1890 mit dem hiesigen Gymnasium eine bezügliche Seminar-Einrichtung zu verbinden und die Leitung derselben dem Berichterstatter zu über- tragen. Zu Lehrern an diesem Seminare ernannte die Behörde aulser dem Direktor für das Schuljahr