Aufsatz 
Zur Geschichte der Selektenschule
Entstehung
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12. Auguſt 1858 die hl. Prieſterweihe empfing. In der praktiſchen Seelſorge erſt in Niederlahnſtein, dann in Flörsheim thätig, ward er im Auguſt 1861 nach Frankfurt verſetzt, woſelbſt er zwei Jahre als Caplan der Liebfrauenkirche und vier Jahre an der St. Bar⸗ tholomäuskirche, an letzterer auch als Präſes des kath. Geſellen⸗ Vereins, den Pflichten prieſterlicher Wirkſamkeit oblag. Religions⸗ lehrer an der Selektenſchule ſeit 9. October 1867.

2. Am 28. November v. J. ſtarb unſer vieljähriger treuer Amtsgenoſſe Herr F. M. Schnepf. Geboren zu Frankfurt a. M. den 10. Auguſt 1806 beſuchte er zuerſt die Dom⸗ und dann die damals im Dominikanerkloſter befindliche Selektenſchule bis 1820. Da er ſich dem Lehrerberufe zu widmen beſchloſſen, begab er ſich auf einige Jahre in das bekannte de Laspeſche Inſtitut zu Wiesbaden. Nach ſeiner Rückkehr von da im Herbſt 1824 übernahm er zuerſt die Führung einer Hülfsklaſſe an der Roſenberger Schule. Von da wurde er im Mai 1825 als Ordinaxius der Elementarklaſſe an die Selektenſchule berufen(ſ. Programm der Selektenſchule von 1862) und bekleidete dieſe Stelle zur vollen Zufriedenheit ſeiner Behörde bis zu ſeiner Emeritierung im März 1862. Ein berufstreuer Lehrer und liebenswürdiger Kollege, ein guter Fami⸗ lienvater, ein braver Mann hinterläßt er bei Allen, die ihn näher kannten, ein gutes Andenken. Friede ſeiner Seele!

3. Am 9. Mai machten die Schüler ſämmtlicher Klaſſen, von ihren Lehrern begleitet, den üblichen Maigang. Außerdem führten die Ordinarien der beiden unteren Klaſſen an den freien Nach⸗ mittagen bei ſchönem Wetter wiederholt ihre Schüler ins Freie.

4. Unter dem 22. März d. J. ging der ſeit lange von uns gehegte Wunſch, einen Schulgottesdienſt mit Geſang und Anſprache an die Schüler einzurichten, durch die Ueberfiedelung vom Dom in die Liebfrauenkirche theilweiſe in Erfüllung. Wir werden darauf bedacht ſein, das uns vorſchwebende Ziel allmählig zu erreichen.