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geſtrafet, daß gemüth aber nicht gebeßert, noch der gemeinde von dem ärgernuß geholfen würd, alß wäre das vormahlige ſtatut, daß alle diejenige, ſo ſich in ſothanem laſter betretten laßen würden, ohne anſehen der perſon, wen ſie auch ſchon alles daß ihrige, umb dieſe kirchen⸗buß abzuwenden, zur ſtraf geben wolten, die offentliche kirchenbuß thun ſolten und müſten, nicht nur zu erneuern, ſondern auch ohn verlängt von der cantzel denuo zu publiciren, damit nimand mit der unwißen⸗ heit ſich entſchuldigen könne. Begräbnußen.
Nicht weniger wird auch groſer pracht bey denen begräbnußen, ſonderlich lediger perſonen, mit dem cronen⸗machen getrieben, da manch⸗ mahl ſolche todenſchmückung auf 10 biß 12 thl. zu ſtehen kommet, und hernach in einem augenblick zertrümmert in die todenlade, oder grab geleget und geworfen wird, da den alles auf einmahl verlohren gehet. Iſt dahero mein raht, der magiſtrat laße ſelbſt dreyerley ſaubere gattungen von cronen machen, nach den 3 ſtänden mit dem edict, daß keine andere verfertiget, ſondern von dem verwahrer abgeliehen und nach dem gebrauch unverſehrt wieder geliefert werden ſollen gegen er⸗ legung[von)] vor die erſte 3 fl., vor die andere 2 fl. und vor die dritte 1 fl., welches geld verrechnet und vor die armen oder(den] kirchbau
angewendet werden kan. Und wird manch geld dardurch erſparet bleiben.
Gefangene.
Die gefängnuße ſollen zu behaltung derer gefangenen, nicht aber zu deroſelben ſchweren und gefehrlichen peinigungen gemachet und zu⸗ gerichtet ſein. Den dieſe leuthe, ob ſie ſchon nicht unſchuldig ſind und wegen ihres verbrechens in verhafft gekommen, einweg elende leuthe ſind, und weiln die darüber beſtelte aufſeher offt unverantwortlich genug mit ihnen umbgehen, ſo ſie nicht klagen dörfen, oder wen ſie es ſchon klagen, doch nicht erhöret, ja wohl offters noch[112] ärger tractiret werden, alß ſind gewiße leuthe zu verordnen, die ſelbige beſuchen, und, damit ſie nicht zu hart gehalten würden, ſehen müſten.
Liederliches leben.
Es iſt keine heerde ſo klein, es findet ſich dan und wan ein reudiges ſchaaf darunter, ſo die andern, wen man nicht bey zeiten vorbauet, auch anſtecket. Wäre demnach von dem anrichtenden consistorio auf derer inwohnenden ärger⸗ und liederliches leben und uneinige ehe ꝛc. genaue


