Aufsatz 
Johann Friedrich Seidenbender's Vorschläge für die Wiederaufrichtung der Stadt Worms nach der Zerstörung derselben durch die Franzosen im Jahre 1689 / von August Weckerling
Entstehung
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So iſt auch darauf zu ſehen, daß güter nicht ungebauet liegen bleiben mögen; den außerdeme daß die ſtatt nichts davon genießen kan, ſo werden die eigenthumbsherrn auch dardurch deterioriret, ſo ge⸗ meiniglich pupillen ſind. Iſt demnach dahin zu trachten, daß ſelbige andern außgethan, oder wen auf beſchehene offentlich⸗angeſchlagene citation ſich nimand dazu legitimiren kan,(wozu aber geraume zeit zu vergönnen) die ſtatt ſich ſelbiger alsdan anmaße,[ſie] anbauen und in guten ſtand bringen laße. So auch der eigenthumbsherr von ſolcherley ſachen nichts erfahren können, wie ſich offters ſolches zuträget, ſolle man ihme ſelbige güter gegen wiedererlegung der baukoſten zu reſtituiren gehalten ſein, oder ſich mit ihme vergleichen wegen der abnutzung.

[103] Apotecken.

Weiln nun deren viers) aufgerichtet, da doch unſer geringes ſtatt⸗ weſen wohl und überflüßig mit 3 verſehen geweßen, ſoll man auch dabey bleiben, anderſter einer den andern verdirbet und per conse- quentiam apodicticam denen medicin⸗brauchenden zum ſchaden ge⸗ reichen muß, indeme die waare durch daß alter abgenutzet und unkräfftig werden. Dabey wolte der ſtatt Franckfurt wohl eingerichtete geſund⸗ heits ordnung mir recommendiret ſein und die herrn apoteker ſambt denen proviſoren, geſellen und jungen darnach ſich zu halten angeloben laßen, den tax aber vergeringern, weiln er in verſchiedenen ſachen gar zu hoch geſtiegen. Und referirt herr Dr. Junck ipso Paschatis festo 1691 uber herrn Syndici Brandes ſ. tiſch bey ſeinen treuen, daß die maas gebrannter waßer secund. verum pretium à 2 batzen die Apotecker ad 2 fl., anbrechten. Die tinctura Bezoardica käme die maas etwa ad 5 fl., vermög des taxes aber ſtehe ſie ad 100 fl. ꝛc.(So iſt auch [bereits] durch dieſes h. Dr. Junckens löbl. veranſtaltung der apotecker⸗ tax bey dem ſpital und der gluzjarniſon umb ein merckliches geringert worden.)

Junge Practici.

Wer practiciren will, ſoll ſich zuforderſt bey dem seniore derer herrn, ſo zur viſitation[104] verordnet, und dem medico primario anmelden, ſeiner promotion und ſtudien halber beglaubtes zeugnuß dar⸗ legen, und ſo es erlaubet würd, von dem seniore derer herrn viſita⸗ toren in handgelöbnuß genommen werden; ſo er aber ſonder ſothane erlaubnuß zu practiciren ſich underſtehen und auf das erſte verbott

*)[Erſt 1674 d. 3. März war die Errichtung der 4. Apotheke geſtattet wordenl.