Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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wollen wir ſie beſonders vor der Beſprechung der übrigen nicht aus Thon oder Glas gefertigten römiſchen Altertümer des Muſeums be⸗ trachten. Die hier gefundenen Grabſteine römiſcher Soldaten mit ihren bildlichen Darſtellungen und ihren Inſchriften, ebenſo das Militärdiplom vom Jahre 90 haben wir oben bereits beſprochen, hier bleiben uns noch folgende Gegenſtände der militäriſchen Aus⸗ rüſtung zu erwähnen.

1. Ein Signum, gefunden im Rhein bei Mainz.(Siehe Tfl. 1V 5.) Die Stangenſpitze hat eine ähnliche Form wie eine in der Salburg, dem bekannten römiſchen Kaſtell bei Homburg v. d. H., gefundene; ſie iſt 29 cm lang. Das dabei gefundene Bronzebeſchläg von 17 cm Breite und 8 cm Höhe war jedenfalls durch eine Holztafel ausgefüllt, auf der wohl die betreffende Truppenabteilung näher bezeichnet war. Das Ganze war vielleicht, die Ringe am oberen Ende ſcheinen darauf hinzudeuten, mittels einer Schnur oder eines Kettchens an den oberen beiden Haken der Stangenſpitze befeſtigt, ſo daß es loſe vor der Stange hing. Die Form der kleinen Bronzeanhänger erinnert ſehr an die des auf dem einen Grabſtein abgebildeten Signums.

2. Daß der auf dem Tafelacker gefundene Löwe aus Bronze (Tfl. 1 1) ebenfalls als Spitze einer Signumſtange gedient habe, haben wir oben ſchon als wahrſcheinlich bezeichnet.

3. Zwei römiſche Helme, gefunden im Jahre 1883 im Rhein bei Mainz. Römiſche in Deutſchland gefundene Helme gibt es nur wenige, und dieſe ſtimmen, wie die Abbildungen der meiſten ſonſt noch vorhandenen Helme bei Lindenſchmit zeigen, keineswegs in ihren Formen überein, ſo daß jeder einzelne wieder von beſonderem Intereſſe iſt. Unſere beiden wohl erhaltenen Stücke bilden deshalb eine beſondere Zierde des Paulus⸗Muſeums. Der zuerſt gefundene Helm(Tfl. 1 2) war mit einer fingerdicken Sinterſchichte überzogen und ganz unkenntlich geworden; wir verdanken ſeine Wiederherſtellung dem römiſch⸗germaniſchen Centralmuſeum in Mainz. Er beſteht nicht wie die meiſten ſonſt noch gefundenen Helme aus Bronze, ſondern aus kräftigem Eiſenblech in dem zur Verzierung und wahrſcheinlich auch zur Verſtärkung auf der Stirnſeite zwei 14 em lange und gut fingerbreite förmige Erhöhungen von innen herausgetrieben ſind; außerdem iſt die Uebergangsſtelle zum Nackenſchild gewellt und ver⸗

ſtärkt. Der Rand iſt mit einem ſchmalen Bronzeband eingefaßt, das 8*