Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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können wir die Beobachtung machen, daß ärmere Ausſtattung der Gräber ſich vor allem in dem Mangel an Gläſern zeigt; hier hat man aber nicht nur ſtets zahlreiche Gläſer gefunden, ſondern insbeſondere auch viele beſonders zierliche Formen und Prunkgefäße, die ſelbſt⸗ verſtändlich nur in wohlhabenden Familien vorhanden ſein konnten. Trotz der vielen früheren Funde zählt doch die Sammlung des Paulus⸗ Muſeums gegenvärtig bereits 160 Stück, die mit wenigen Ausnahmen in Worms und der nächſten Umgebung gefunden wurden. Einzelne darunter zeigen ſehr ſeltene Formen. Eine beſondere Zierde der Sammlung iſt zunächſt das 35 cm hohe, an der Schillerſtraße in einem Steinſarg gefundene Doppelglas.(Siehe Tfl. ll.) Aus dem Boden der Flaſche ſteigt ein ſehr niedliches kleines Fläſchchen von 12 cm Höhe empor mit feinem Henkel und Eindrücken am Bauch. Die äußere Flaſche iſt beſetzt mit einer Anzahl weißer und bläulicher flacher Nuppen, die mit einer ringförmigen Vertiefung verſehen ſind. Der Zweck des inneren Fläſchchens iſt unbekannt. Kompetente Archäologen haben ſich dahin ausgeſprochen, daß es dabei wohl nur auf eine Spielerei abgeſehen geweſen ſei. Auffallend bleibt, daß dasſelbe Motiv an verſchiedenen Orten ſich gefunden hat. Denn wie jetzt bekannt, hat ſich im vorigen Jahre eine ganz ähnliche, nur etwas kleinere und weniger zierlich gearbeitete Flaſche in Andernach gefunden. Ferner iſt der Boden eines in Gladbach gefundenen Doppelglaſes erhalten, und in Trier hat man eine Zeichnung eines früher dort vorhandenen Doppelglaſes gefunden. Was die Herſtellung betrifft, ſo hat man ſich nach dem Urteil von Glasfabrikanten dieſelbe in der Weiſe zu denken, daß erſt die kleine Flaſche gebildet und dann in die große eingeführt wurde, ehe noch der Hals derſelben zuſammengezogen war. Zu den ſeltneren Gläſern gehört auch das 20 cem lange Trinkhorn. (Siehe Tfl. Il 1.) Dasſelbe beſteht aus grünlichem Glas und iſt mit netzartig aufgegoſſenen Fäden von derſelben Farbe überzogen, die Spitze des Horns iſt mit mehreren parallelen Ringen verziert. An der kürzeren Seite befinden ſich 2 Oſen zum Aufhängen des Horns. Ein ſehr ſeltenes Stück iſt ferner eine 25 cm hohe Amphora aus Glas von derſelben Form wie die aus Thon, alſo unten mit einer Spitze und mit 2 kräftigen Henkeln an den Seiten.(Siehe Tafel I 6.) Der Fundort des Gefäßes iſt nicht ſicher be⸗ kannt. Eine Glasamphora von gleicher Form, nur mit Ranken⸗