Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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Schüſſel von merkwürdiger Form und dunkelgrauer Farbe. Dieſelbe hat die Geſtalt eines 15 cm hohen, in us der Höhe ſtark eingeſchnürten Cylinders, der Boden aber iſt ſtark bis zur Höhe der Einſchnürung eingebogen.

Nun haben wir noch die Sigillatagefäße zu erwähnen, die in demſelben Schranke wie die Geſichtskrüge ausgeſtellt ſind. Sigillata⸗ oder ſamiſche Gefäße nennt man die aus feinem roten Thon hergeſtellten, ſehr hart gebrannten und mit einem ſehr feinen, bis jetzt noch nicht mit Sicherheit wieder aufgefundenen Firnis überzogenen Gefäße. Es ſind dies mehr oder weniger große Schüſſeln, Becher, Schalen und Teller. Die Schüſſeln und ein Teil der anderen Gefäße ſind durch Figuren geziert und zwar entweder ſo, daß das Gefäß in eine Form gedrückt wurde, die die betreffenden Ornamente und Figuren vertieft enthielt, oder ſo, daß auf das gebildete Gefäß aus weicher Maſſe die Verzierung aufgeſpritzt wurde, in derſelben Weiſe, wie der Konditor ſeine Torten mit Zuckerguß verziert(en barbotine), vielleicht mit den oben beſprochenen kleinen Gefäßchen mit der Zotte am Bauch. Die aufgeſpritzte Maſſe iſt entweder dieſelbe wie die des Gefäßes und dann vor dem Ueberziehen des Gefäßes mit Glaſur aufgetragen, oder ſie iſt eine weiße, nach der Glaſur erſt aufgetragene Subſtanz. Die letztere Art der Verzierung zeigt eine in Mariamünſter gefundene Scherbe.

Die erſte Art der Herſtellung iſt im Muſeum durch eine aus Rheinzabern ſtammende Formſchüſſel und ein Stück einer ſolchen veranſchaulicht. Hier ſind auch 2 Stempel zu erwähnen; der eine hat die Geſtalt eines dicken Daumens, auf ſeiner unteren Seite iſt eine menſchliche Figur in Hochrelief angebracht, offenbar um in eine Form⸗ ſchüſſel eingedrückt zu werden. Der andere Stempel mit dem Worte SVMMO wurde im vorigen Jahre in Mariamünſter an der alten Begräbnisſtätte gefunden. Unter den Sigillatagefäßen verdient be⸗ ſonders hervorgehoben zu werden eine in Offſtein gefundene Schüſſel, die aus beſonders feinem Thon hergeſtellt, mit zierlichem Laubwerk bedeckt und mit feinſtem Firnis überzogen iſt. Die Schüſſel iſt, was ſie beſonders intereſſant macht, von ihrem römiſchen Beſitzer bereits aus zwei Stücken in der Weiſe wieder zuſammengeſetzt worden, daß er in kleine innen und außen eingebohrte Löcher je drei kleine Bleiklammern ein⸗ ließ. Die in Worms in Gräbern gefundenen Siglllatagefäße ſind