einer hat mit den hieſigen überhaupt keine Ähnlichkeit; ihren Fundort habe ich nicht erfahren können. Am Niederrhein haben ſich Krüge gefunden mit fratzenhaften Geſichtern am Ausguß, während bei den hieſigen ſich ſtets ein aus freier Hand gebildetes, zwar mehr oder weniger gelungenes, aber nie fratzenhaftes Frauengeſicht findet. (Siehe Tafel lll 1.) Das Geſicht meiſt mit hohem Haarwulſt iſt an der Ausgußſtelle dem Henkel gegenüber angebracht. Bei verſchiedenen iſt der obere Teil des Kruges, Kopf und Hals mit weißer Farbe überſtrichen, bei anderen gehen weiße Striche oder Punktreihen um den Bauch. Bei einer an der Schillerſtraße in einem Steinſarg ge⸗ fundenen ſind Augen, Haar und Lippen bemalt, außerdem iſt der Hals mit einem gemalten Spitzenkragen bedeckt. Die einzelnen Felder dieſes Muſters haben abwechſelnd rötliche und ſchwarze Farbe und ſind mit weißen und ſchwarzen Linien eingefaßt. Die unteren Felder ſind noch mit je 3 weißen Tupfen verziert. Die Größe dieſer Krüge iſt ſehr verſchieden, ſie ſchwankt zwiſchen 12 und 30 cm Höhe.
An die Beſprechung der Krüge reihen wir die der becherartigen Gefäße an. Dieſelben haben verſchiedene Formen; die häufigſte Art hat einen langen Hals und einen mehr oder weniger dicken nach unten ſich wieder zuſammenziehenden Bauch. Bei manchen nimmt der Hals faſt die Hälfte des ganzen Gefäßes ein, bei anderen iſt er kürzer. Der Bauch iſt entweder glatt, oder mit länglichrunden Eindrücken ver⸗ ſehen. Die Größe ſchwankt zwiſchen 10 und über 20 cm Höhe. Sier ſind nur leicht gebrannt und deshalb ſehr zerbrechlich. Die meiſten haben außen eine grauſchwarze Farbe, von geringer Haltbarkeit, andere ſind glänzend ſchwarz. Zwei der letzteren ſind mit weißer Farbe bemalt und tragen in derſelben Farbe das eine die Aufſchrift „VIVAMVS laßt uns wohl leben“, das andere„VTERE gebrauche es.“ (Siehe Tfl. Ill 4.) Außerdem wollen wir noch ein kleines 7 cm hohes Becherchen beſonders erwähnen; dasſelbe iſt aus weißem Thon und hat die Geſtalt eines an der ſtumpfen Seite ein wenig abgeſchlagenen Eies.
Ferner finden ſich in den Gräbern Schüſſeln, Schalen, oder Teller, vielfach von ſehr grobem Material und ſchlecht gebrannt. Auf einigen dieſer Teller liegen noch Geflügelknochen; offenbar iſt alſo auf ihnen eine Speiſe mit ins Grab geſtellt worden. Auch Seihſchüſſeln mit durch⸗ löchertem Boden finden ſich; im Muſeum ſind zwei größere Bruch⸗ ſtücke ſolcher ausgeſtellt. Aus Offſtein beſitzt das Muſeum eine


