Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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Stadt, nämlich Herr Major Heyl, ſich entſchloſſen habe, die ganz verwahrloſte und zur Ruine gewordene Pauluskirche wieder herſtellen und zu einem Muſeum einrichten zu laſſen. Damit wurde geſchaffen, woran es bis dahin immer gefehlt hatte, ſo daß alle gelegentlich ge⸗ machten Verſuche, eine Sammlung anzulegen, wieder vereitelt wurden, ein ſchönes, durchaus zweckentſprechendes Lokal. Nur wer die Paulus⸗ kirche in ihrem früheren Zuſtande gekannt hat, weiß zu würdigen, was Herr Major Heyl für die Stadt hier geleiſtet hat. Das Wirken des Altertumsvereins aber iſt durch dieſe großartige Stiftung des Herrn Heyl geradezu erſt möglich geworden. Denn erſt die ſchönen Räume der Pauluskirche, die nun von dem leider ſo früh verſtorbenen Münchener Künſtler Lorenz Gedon im Auftrage des Herrn Heyl zum Muſeum eingerichtet wurden, haben für die Beſtrebungen des Vereins den bei weitem größten Teil der Bürgerſchaft intereſſiert. Dieſe hoch⸗ herzige That hat allgemein aufmunternd gewirkt, ſo daß bald der Wormſer Verein an Mitgliederzahl die Vereine weit größerer Städte, ja Provinzialvereine erreichte und ſelbſt übertraf und in Bezug auf die Zuwendungen, die ihm von verſchiedenen Seiten zu teil wurden, von manchem anderen Vereine beneidet wurde. Es ſoll darum auch hier allen denjenigen, die durch größere oder kleinere Zuwendungen das Zuſtandekommen des Muſeums ermöglicht und die Entwickelung desſelben gefördert haben, beſter Dank ausgeſprochen werden.

Das Paulus⸗Muſeum wurde am 9. October 1881 eingeweiht, worauf Se. Königliche Hoheit der Großherzog huldvollſt das Pro⸗ tektorat über dasſelbe übernahm. Das Muſeum iſt alſo jetzt erſt im 4. Jahre ſeines Beſtehens. Weit zahlreicher, als irgend jemand hier gehofft hatte, haben ſich in Stadt und Umgegend noch ſowohl römiſche, als prähiſtoriſche und fränkiſche Altertümer und ſolche der mittleren Zeiten gefunden, die nun in dem Muſeum vereinigt wurden. Ja die Gründung des Muſeums hat alsbald zur Folge gehabt, daß, wie früher die Funde in unſerer Stadt nach außen gingen, nun bereits nicht wenige auswärtige Funde Aufbewahrung im Paulus⸗Muſeum gefunden haben, ſo daß dasſelbe ſchon jetzt nach dreiundeinhalbjährigem Beſtehen gar manchem älteren Muſeum ſich ebenbürtig an die Seite ſtellen kann.

Die zahlreichen römiſchen Denkmäler allerdings, die früher hier gefunden und zerſchlagen wurden, oder in fremde Muſeen gekommen ſind, ſind unwiederbringlich für unſere Stadt verloren. Da aber jetzt