Aufsatz 
Das Zeichnen in der Realschule nach seiner Bedeutung für allgemeine Bildung und technische Fachbildung
Entstehung
Einzelbild herunterladen

26

die Form und den homeriſchen Gebrauch der griechiſchen Finalpartikeln, im Winter deſſelben Jahres das zweite der für die Aſpiranten des höheren Lehramts vorgeſchriebenen Examina vom Standpunkt der altclaſſi⸗ ſchen Sprachen, worauf er mit dem neuen Jahre auf Verfügung Großh. Oberſtudien⸗Direction nach Alzey überſiedelte..

6. Nachdem Stadtſchullehrer Stützel dahier die Stelle des Geſanglehrers an unſerer Anſtalt niedergelegt, wurde in Folge höchſter Ermächtigung der Dirigent des Caſino⸗Geſangvereins zu Alzey, Herr Adolf Felchner von Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction zum Geſanglehrer an hieſiger Realſchule ernannt. Herr Stützel trat am 18. Februar aus der beſagten Stelle aus, am 19. desſ. Mts. trat Herr Felchner in dieſelbe ein.

Adolf Felchner, geb. 1832 in Cumehnen, Kr. Fiſchhauſen, in Oſtpreußen, beſuchte die Schule ſeines Geburtsorts und die Stadtſchule in Fiſchhauſen, bereitete ſich dann zum Eintritt in das Poſtfach vor und trat im Alter von 17 Jahren in den Königl. Preuß. Poſtdienſt. Im Jahre 1857 bot ſich ihm die Möglichkeit, ſich dem Studium der Muſik, für welche er frühzeitig entwickelte Neigung beſeſſen, dauernd zu widmen. Er ſchied deshalb in Düſſeldorf aus dem Königl. Poſtdienſte. Zuerſt in Breslau, dann in Kö⸗ nigsberg in ſeinem neuen Berufe lernend und lehrend thätig, war er actives Mitglied der Singacademien zu Breslau und Königsberg, indem er zugleich an den Univerſitäten dieſer Städte die ſein muſikaliſches Studium ergänzenden Vorleſungen hörte. Im Jahre 1860 ging er zur Vollendung ſeiner Studien nach Leipzig, machte dort den dreijährigen Curſus am Conſervatorium der Muſik durch, und wurde ihm von dem Directorium des Conſervatoriums am 21. Mai 1863 dasDirectorialzeugniß in ehrenvoller Weiſe ertheilt. Sein Wunſch, nunmehr als Lehrer oder Chor⸗ und Orcheſterdirigent ſelbſtſtändig thätig zu werden, führte ihn nach Mainz, vorübergehend nach Rüdesheim, dann nach Alzey, woſelbſt er ſeit ſechs Jahren als Muſik⸗ und Geſanglehrer, ſowie als Dirigent des von ihm gegründeten Caſinogeſangvereins thätig iſt.

7. Auch im vergangenen Schuljahre wurden unſerer Anſtalt recht werthvolle Geſchenke zum Zweck der Vergrößerung ihrer Sammlungen gemacht. Wir freuen uns über ſolche Förderung unſrer Schule und ihrer Jugend um ſo mehr, als wir darin gerne Beweiſe freundlicher Geſinnung gegen unſre Anſtalt er⸗ blicken. Den freundlichen Gebern ſprechen wir hiermit unſren verbindlichſten Dank aus.

Es ſchenkten:

1. Die Großherzogl. Oberſtudien⸗Direction: C. A. Fabric ius, die Bewegung der Bevölkerung im Großherzogthum Heſſen. Das Notizblatt des Vereins für Erdkunde ꝛc. Jahrgang 1869, Nr. 85 92.

2. Herr Oberſtudienrath Dr. Wagner in Darmſtadt: Kumpa, Zeichenſchule, 1. Abtheilung, Lief. IIII, 24 Wandtafeln, 64 Skizzen und Text. Dr. B. Ahuus, Populäre Beſprechungen über deutſche Schreibung, Schrift und Typen. Dr. Berger, Lateiniſches Uebungsbuch für die unteren Claſſen. Dr. Berger, Kurzer Abriß der lateiniſchen Syntax. Zachariä, Lehrbuch der Erdbeſchreibung, herausgeg. von L. Thomas. Paul Frank, Grundzüge der griechiſchen Literaturgeſchiche. Paul Frank, Grundzüge der römiſchen Literaturgeſchichte. W. Riehl und C. Kienholz, Sammlung deutſcher Gedichte. J. Helmes, Elementarmathematik, IV. Band. Dr. Frz. Leibing, geographiſche Wiederholungstabellen. Dr. A. Brecher, Darſtellung der territorialen Entwicklung des Brandenburgiſch⸗Preußiſchen Staats.

3. Herr Dr. Friedrich Rolle in Homburg vor der Höhe: Eine ſehr werthvolle aus über 400 Exemplaren beſtehende Sammlung von Petrefakten und einige Felsarten aus der Wetterau und dem Taunus Eine Anzahl von ihm ſelbſt verfaßter Abhandlungen geologiſchen Inhalts.

4. Die Bädeker'ſche Buchhandlung in Eſſen: Friſche Lieder, Abth. I. und II.

5. Die Grieben'ſche Buchhandlung in Berlin: Fr. Schulz, Deutſchlands Wälder und Haine.

Dr. H. Bolze, Lehrbuch der Phyſik. E. Uhlenhuth, Benutzung und Vortheile der neuen Karten⸗Mo⸗ delle mit Gradnetzen.