Aufsatz 
Die ersten 25 Jahre des Kaiser Wilhelms Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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Die Herbſtferien dauerten vom 14. Auguſt bis 18. September. Im Anfange des Winter⸗ ſemeſters wurden zehn neue Schüler aufgenommen.

Am 22. September beehrte der Regierungspräſident von Wiesbaden, der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Herr von Tepper⸗Laski, gelegentlich ſeiner Anweſenheit im Unterweſterwald⸗ kreiſe unſer Gymnaſium mit ſeinem Beſuche. Der hohe Herr beſichtigte den neuangebauten Flügel des Gebäudes, die Aula, die neuen Schulbänke und die Schmetterlingſammlung nebſt den indiſchen Vogelbälgen und ſprach ſich über das Geſehene anerkennend aus.

Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. Dezember bis 6. Januar.

Am 27. Januar vormittags fand zur Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs ein Feſtaktus in der reich geſchmückten Aula mit Muſik, Geſang und Deklamationen ſtatt. Die Feſtrede hielt Oberlehrer Wurm.

Auch die anderen vaͤterländiſchen Gedenktage, die Geburts⸗ und Todestage der in Gott ruhenden Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich, wurden in der Aula feſtlich begangen.

Zum Beſten des Fonds für das in Montabaur geplante Kaiſer⸗Wilhelm⸗Denkmal führten die Muſikkapelle und der Geſangchor des Gymnaſiums am 13. Februar nachmittags in der Aula ein Vocal⸗ und Inſtrumentalkonzert auf, das von Gäſten aus der Stadt und von auswärts zahlreich beſucht war. Der Reinertrag 201 Mark 50 Pfg. wurde dem Denkmalfonds überwieſen.

Am 1., 2. und 3. März wurde unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial⸗Schulrates Dr. Paehler die Reifeprüfung für den Oſtertermin 1898 abgehalten. An den beiden erſten Tagen wurden 8 Nichtſchüler geprüft, die von dem Königlichen Provinzial⸗Schulkollegium zu Caſſel unſerem Gymnaſium zur Ablegung der Reifeprüfung überwieſen waren. Von dieſen beſtanden 5 die Prüfung. Am 3. März traten unſere Oberprimaner in die Prüfung ein. Sämmtliche 21 Prüflinge er⸗ hielten das Zeugnis der Reife, 15 von ihnen wurden von der mündlichen Prüfung gärzlich befreit.

Der Geſundheitszuſtand war im allgemeinen bei Lehrern und Schülern befriedigend; doch mußte unſer älteſter Kollege, Prof. Schmitz, wegen nervöſen Leidens vom 1. Juni bis 1. Dezember in Urlaub gehen. In ſeine Stunden trat hauptſächlich Hilfslehrer Heun ein, während die Stunden des letzteren der hierher berufene Hilfslehrer Schnädter aus Wiesbaden übernahm.

Leider haben wir den Tod zweier braver und fleißiger Schüler zu beklagen, nämlich des Unterſekundaners Johann Kaiſer aus Boden, der am 15. November 1897 in ſeiner elterlichen Wohnung an einer Luftröhrenentzündung ſtarb, und des Unterprimaners Stephan Jonen aus Lom⸗ merſum, der in den Weihnachtsferien am 4. Januar 1898 in ſeiner Heimat einer Lungenlähmung erlag. R. i. p.