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Doch bald ſollt' es das Elternpaar erfahren,
Was es in ſeinem Wolfgang ſich erzog,
Ein Wunderkind, deß Ruhm nach wen'gen Jahren Von Land zu Land, durch ganz Enropa flog;
Deß reicher Geiſt, bezaubernd ein Jahrhundert, Mit ew'gem Glanz das Vaterland geziert,
In weitern Kreiſen ſtets geliebt, bewundert, Von launenhafter Mode nicht berührt.
Beglückter Stamm, dem ſolch ein Reis entfproſſen! Ehrwürd'ge Stadt, wo Mozarts Wiege ſtand!
Ihr, ſeines Ruhmes Schöpfer und Genoſſen,⸗ Seid unſerm Feſt mit Dankbarkeit genannt!
Und was zu edlem Stolze uns entflammet, Zur Dankesweihe für der Muſen Gunſt: Germania's Blut iſt unſer Held entſtammet, Und Siege fei'rt durch ihn die Deutſche Kunſt.
Will ſich das Ausland übermüthig zeigen, Erhebend ſeiner Meiſter Schöpfungskraft: Wir nennen Mozart ihm, und Alle neigen In Ehrfurcht ſich vor ſolcher Meiſterſchaft.
Was iſt bei ihm nicht ſchön und tief empfunden, Nicht klar gedacht und durch Empfindung neu? Und ob auch ſtreng an das Geſetz gebunden, Doch in Bewegung anmuthsvoll und frei?
Hier iſt kein Zwang, kein mühſam künſtlich Haſchen Nach rohen Beifalls flüchtigem Genuß; Ergreifen will er uns, nicht überraſchen, Und feſſeln durch die Macht des Genius.
Getreu dem Geiſt, der mächtig in Ihm waltet, Herrſcht er ein König in der Töne Reich; Der Kunſt geheimſte Kraft hat er entfaltet, Ein and'rer ſtets und ſtets ſich ſelber gleich.
Wo iſt ein Ohr, das Ihm nicht freudig lauſchte, Wenn Er Euterpen's goldne Saiten regt?
Wo iſt ein Herz, das Leid um Luſt nicht tauſchte, Wenn freier es, durch Ihn befreiet, ſchlägt?
Ihm iſt des Künſtler's ſchönſter Sieg gelungen: Er bannt die Welt in ſeinen Zauberkreis; Beredt ſpricht Er zu Völkern aller Zungen, Und alle Zeiten geben Ihm den Preis.
Denn was des Buſen's warmem Quell entquollen, Weckt in den Herzen die Begeiſterung;
Und ob Jabrtauſende vorüberrollen,
Es bleibet, gleich dem Lenze, ewig jung.
Verklärter Geiſt! In jugendlicher Schöne Schwebſt Du herab, Dein Wiegenfeſt zu weih'n, Und Harmonie'n aus jenem Reich der Töne, Sie zieh'n mit Dir in unſ're Herzen ein.
O ſchwinget fort, harmoniſche Gefühle,
Wie Engelgruß durch alle deutſchen Gau'n; Und wecket in der Leidenſchaft Gewühle
Den Seelenfrieden, Lieb' und Gottvertrau'n!


