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1779.— M. Karl Ehregott Mangelsdorff, Verſuch einer Darſtellung deſſen, was ſeit Jahr⸗ tauſenden im Betreff des Erziehungsweſens geſagt und gethan iſt. Leipzig. 1779. 8⁰.— S. 179—182. Einiges über R., darunter teilweiſe Unrichtiges.
1779.— Allgemeine Bibliothek für das Schul⸗ und Erziehungsweſen in Deutſchland. VII. Bd. 2. St. Nördlingen, Beck. 1779. S. 301— 346: Zur Geſchichte des berüchtigten Didaktikers W. R.— unter Benutzung der vom Kantor Winter in Hannover mitgeteilten Hülfsmittel(Nr. 161) und einiger Quellenſchriften wird das Leben des R. nach Nr. 134 und Nr. 140 erzählt und dann der Inhalt(nebſt Auszügen) von Nr. 8 egeben, auch der Inhalt mehrerer dranenzatiſchen Schriften zur Lehrart dargelegt. Hierauf werden Schlüſſe gezogen, die im ganzen ſehr günſtig für R. ſind, auch eine Parallele zwiſchen ihm und Baſedow. Auf R. falle nicht der geringſte Verdacht einer Betrügerei, doch ſei ihm ſein hitziger, auffahrender, unverträglicher Gemütscharakter nachteilig geweſen. Er habe allerdings mehr verſprochen, als er auch bei aller nur möglichen Unterſtützung jemals würde haben leiſten können.— M. Joh. Kapp(Zur Erholung für Lehrer. Bayreuth. 1785. 80 S. 3 f.) hält mit Recht dieſe Arbeit über R. für das Beſte, was bis dahin über denſelben geſchrieben ſei.— S. Nr. 159.
1781.— Henr. Phil. Goldhagen, De Wolfgangi Ratichii consilio de instituendis scholis
Halensibus, Ampl. Senatui Halensi dato. Halis 1781. 12 S. 40.— Vgl. Nr. 188. 1840. S. 6. Anm.— Nach Eckſtein(Nr. 194) hat Goldhagen als Syndikus dieſes Programm zu der Einführung des Konrektors K. A. Fritze an dem luth. Gymnaſium zu Halle geſchrieben. Dasſelbe gab den Anſtoß zu der Herausgabe von Nr. 165. 166. Gold⸗ hagen publiciert die von ihm wieder aufgefundene Relation des Evenius an den Magiſtrat von Halle(1619). 1781.— Wöchentliche Halliſche Anzeigen vom Jahr 1781. S. 497 ff. Johann Chrn. Förſter, Über W Ratichius.— Vgl. Nr. 188. 1841. S. 6.— Förſter erweiterte dieſen Aufſatz zu der Schrift:
1782.— Joh. Chrn. Förſter, Kurze Nachricht von einem berühmten Pädagogen des vorigen Jahr⸗ hunderts W. Ratichius nebſt einigen Original⸗Beylagen. Halle, Fr. W. Michaelis. 1782. 5 unbez.(inel. Titel) und 72 S. 8⁰.— In Berlin.— Die Nachrichten über das Leben des R. bieten nichts Neues; S. 17 Das Schreiben des R. an den Magiſtrat in Halle vom 13. Nov. 1618. S. 22—45: Die Relation des Evenius in 33 Punkten d. d. 17. Nov. 1618. Dieſelbe iſt zwar durchaus objeltiv gehalten, läßt aber den wohlwollenden und aner⸗ kennenden Standpunkt des Referenten durchaus erkennen. Von beſonderem Intereſſe iſt der genaue Bericht über eine griechiſche und eine lateiniſche Lektion, welchen Evenius in Cöthen beigewohnt hatte; die griechiſche habe R. ſelbſt, die lateiniſche habe der Conrector scholae abgehalten.„Der Stadt Halle ſolle das Werck nicht viel koſten, dofern man ſeine anſchlage hören und folgen wolle. Die Schule müſſe Er theilen auf 5 Theile und bei Idem Theile müſſe ein Director ſein, welcher die docentes observire, und zwei scholarchae oder inspectores, welche die disciplinam administriren. Innerhalb zwei Jahren wolte Ers ſo weit bringen, daß man Hebräiſche und Griechiſche Predigten thuen und verſtendlich anhören könte, auch unter gemeinen weibes Perſonen.“ Einen beſtimmten Vorſchlag zur Annahme oder Ablehnung des Anerbietens von R. zu machen unterläßt Evenius und ſchließt mit den Worten „Waß nuhn hierinnen zu thun iſt, iſt Sache des Rates“. Beigefügt ſind die 13„Puneten, auff welchen die Didactica ründlichen beſteht“(Vgl. Leben ꝛc. des R. II, S. 6 f.), die Anweiſungen„für die andere Claſſe“ und„Pro schola fana endlich W. Ratichii Revers wegen der Lehrkunſt vom 11. Juni 1620, zuerſt gedruckt 1622.
1782— M. Joh. Chru. Krauſens Fortſetzung der Bertramiſchen Geſchichte des Hauſes und Fürſten⸗
thums Anhalt. Halle. 1782. 80. S. 743. 750.— Von R. Aufenthalt in Cöthen faſt nur nach Nr. 134; zuletzt noch über des Evenius Gutachten für den Magiſtrat von Halle.—„Eine vorzügliche Empfehlung für R. mochte es ſeyn, daß er auch der teutſchen Sprache zum ganzen Unterricht ſich bedienen wollte, welches eben auch des Fürſten Ludwig von Anhalt Vorſchlag war(Sagittarii hist. princ. Anhalt. p. 213 sq.).“ R. beſaß mehr Gefühl als Überlegung; er hatte nicht genug praktiſche Kenntniß und zu viel Lebhaftigkeit des Geiſtes; auch Eigennutz miſchte ſich mit ein. Das Beſte an ſeinem Plane beſtand darin, daß er weder wie Baſedow ſich die Köpfe ausſuchen wollte, noch auch das zweite Geſchlecht vernachläſſigte. Er war wie die meiſten Erzieher etwas grob. Er war ein guter Hebräer. Die Leichtigkeit und Armut dieſer Sprache hat vielleicht ihn zu den Projekten verführt.“ 1789.— M. Heinr. Aug Frank(Prof. der Philoſophie, Direktor des ev. Rathsgymn.), Von Ratich und ſeiner Lehrart. Erfurt. 1789. 8 S. 40.— In Weimar.— Frank erzählt den Lebenslauf„des berüchtigten Erziehers“ R. nach Nr. 131, 140, 163, hat auch die Gothaer Ratichiana(„ganze Stöße Manuſcripte von R. eigener Hand“) eingeſehen. Er urteilt, daß die Lehrkunſt des R., über welche er faſt nur nach dem Jenaer Berichte handelt, ver⸗ nünftig und für die damalige Zeit erheblich ſei. R. habe ſich aber als Enthuſiaſt mehr zugetraut, als er habe leiſten können, habe ungeſchickte Gehülfen gehabt und habe ſeinen Lehrbüchern in deutſcher Sprache durch unglücklich ver⸗ deutſchte Kunſtwörter geſchadet. 1794.— Dr. Frdr. Ernſt Ruhkopf, Geſchichte des Schul⸗ und Erziehungs⸗Weſens in Deutſchland von der Einführung des Chriſtenthums bis auf die neueſten Zeiten. I. Thl. Bremen. 1794. 8⁰. S. 399— 404. Inhalt: Schilderung der Mängel der ſelbſt nach Mich. Neander noch herrſchenden Lehrmethode, unter Benutzung der Jenaer und Gießener Berichte über R.„Es iſt wahrſcheinlich, daß eine geſchickte Verbindung der Sprach⸗Ana⸗ logien, die ſich auf eine große Thätigkeit der Lehrer gründete, die Hauptſache ſeines geheim gehaltenen Plans aus⸗


