Aufsatz 
Das Leben und die pädagogischen Bestrebungen des Wolfgang Ratichius : 4. Abteilung
Entstehung
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Am 2. Juli beehrte Herr Miniſterial⸗Direktor Greiff die Anſtalt mit einem Beſuche.

Die Sommerferien begannen am 5. Juli und dauerten vier Wochen. An der während derſelben abgehaltenen Ferienſchule nahmen 75 Schüler teil.

Die Feier des Sedantages wurde wieder durch Teilnahme an dem ſtädtiſchen Feſtzuge und unter ſehr großer Beteiligung von Angehörigen der Schüler durch einen Ausflug nach Wilhelmsthal begangen.

Die Abiturientenprüfung zum Herbſttermine fand vom 9. bis 13. Auguſt, bezw. am 17. und 18. September unter dem Vorſitze des Direktors ſtatt.

Die herkömmliche gemeinſchaftliche Abendmahlsfeier wurde am 8. November in der St. Martins⸗ kirche begangen.

Im Winterſemeſter veranſtaltete das Gymnaſium zwei muſikaliſche Abendunterhaltungen, die erſte am 20. Dezember zum beſten der Lotz'ſchen Stiftung, die zweite am Geburtstage der hochſeligen Königin Luiſe den 10. März zum beſten der Luiſenſtiftung.

Ihrer freudigen Teilnahme an der Vermählung Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm von Preußen gaben die Lehrer durch eine lateiniſche Votivtafel und eine lateiniſche Feſtode Ausdruck.

Die Abiturientenprüfung zum Oſtertermine fand vom 21. bis zum 26. Februar bezw. am 18. und 19. März unter dem Vorſitze des Direktors ſtatt.

Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs wurde am 22. März in einer öffentlichen Schulfeier mit vaterländiſchen Geſängen und Deklamationen feſtlich begangen. Die Feſtrede hielt Oberlehrer Dr. Auth IJ. über die Entwickelung der Phyſik im Altertume.

Der Bibliothek und dem naturhiſtoriſchen Lehrapparate floſſen auch in dieſem Schuljahre manche Geſchenke zu, was mit gebührendem Danke gegen die Geber hier erwähnt wird.

IV. Statiſtiſches. A. Lehrer.

Im Laufe des Schuljahres hat das Lehrerperſonal folgende Veränderungen erlitten:

Im Herbſte verließ der ord. Lehrer Range die Anſtalt, um an dem Realgymnaſium zu Wiesbaden eine Oberlehrerſtelle zu übernehmen. In Folge deſſen rückten ſämtliche ordentliche Lehrer von dem ord. Lehrer Püttgen an vom 1. Oktober ab um je eine Stelle auf und wurde der Hülfslehrer am Gymnaſium zu Hanau, Dr. Eigenbrodt, zum ord. Lehrer an dem hieſigen Gymnaſium befördert.

Dr. Auguſt Eigenbrodt, geboren zu Dornheim bei Darmſtadt am 1. Januar 1852, evang. Konfeſſion, beſuchte das Gymnaſium zu Darmſtadt, ſtudierte in Gießen und Leipzig, promovierte an letzterem Orte am 30. Oktober 1873 und beſtand am 14. März 1874 daſelbſt die Prüfung pro facultate docendi. Er veröffentlichte 1875:De magistratuum Romanorum iuribus, quibus pro pari et maiore potestate inter se utebantur, imprimis de tribunorum plebis potestate. Der Titel ſeiner ebenfalls im Druck erſchienenen Promotions⸗ ſchrift iſt:De magistratuum Romanorum iure intercedendi. Sein Probejahr leiſtete er ſeit Herbſt 1877 am Gymnaſium zu Corbach, ſeit Oſtern 1878 am Gymnaſium zu Hanau ab. An letzterer Anſtalt war er ſeit Herbſt 1878 als Hülfslehrer thätig.

Der Kandidat Möhl, welchem vom 3. April ab auf ſeine Bitte zwei wöchentliche Lektionen über⸗

tragen worden waren, mußte am 15. Auguſt wieder entlaſſen werden. 9