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Anhang. Privatbeschäftigungen der Schüler.
Diese bestanden in der Lectüre von classischen, theils alten griechischen und latei- nischen, theils deutschen und französischen Schriftstellern, in schriftlichen Uebersetzun- gen aus fremden, besonders den alten Sprachen in die deutsche und umgekehrt, in lateinischen und deutschen Aufsätzen, in Repetitionen der mathematischen Lehren und der Geschichte u. a. m. Sie wurden grossentheils von den Lehrern geleitet und über- wacht, zum Theil auch genauer durchgesehen und verbessert.
II. Chronik des Gymnasiums.
Am 26. April 1865 wurde das neue Schuljahr in einer Versammlung aller Lehrer und Schüler des Gymnasiums, wie gewöhnlich, eröffnet.
Zwei Lehrer, Dr. Theodor Hartwig und Bernhard Schmidt, von denen dieser als Practicant seit October 1863, nach Vollendung seines Probejahrs als beauftragter Lehrer, jener seit December 1863 mit Versehung einer Lehrerstelle beauftragt, am hiesigen Gymnasium gewirkt hatte,(S. Chronik des Gymnasiums im Programm von 1864) waren inzwischen an das Gymnasium zu Cassel versetzt. Hartwig war zu- gleich zum Hälfslehrer ernannt. Etwag später wurde diese Ernennung auch dem Prac- ticanten Schmidt zu Theil. Beiden danke ich für die Dienste, welche sie als beauf- tragte Lehrer dem hiesigen Gymnasium geleistet haben. Da ungeachtet des Wegfalls der Sexta bei der Theilung der Tertia in zwei getrennte Classen eine weitere Aushülfe nöthig war, so wurde der Practicant Bruno Berlit(S. Chronik des Gymnasiums im Oster-Programm 1865) von Kurfürstlichem Ministerium des Innern gegen eine Remu- neration von 25 Thalern monatlich mit Versehung einer Lehrerstelle beauftragt.
Der Unterricht ging, nur durch die freien Tage um Pfingsten vom 2.— 7. Juni und dann durch die Sommerferien, welche diess Mal wegen des Baues am Gymnasial- Gebäude mit Genehmigung Kurf. Ministeriums des Innern um acht Tage verlängert
wurden und vom 8. Juli bis zum 8. August dauerten, unterbrochen, gleichmässig fort. 7


