Aufsatz 
Das deutsche Gymnasium in Olmütz. Geschichtlicher Rückblick : 3. Fortsetzung.
(1631-1650.)
Entstehung
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Das deutsche Gymnasium in Olmütz. III. Fortsetzung(1631 1650).

Der große deutsche Krieg des 17. Jahrhunderts hat auch über das gesegnete Mähren eine große Fülle von Unglück, Not, Verfolgung und Elend verbreitet und die vorher wohlhabende Stadt Olmütz hat einen voll zugemessenen Anteil all des Jammers erhalten. Vaterlands- liebe und deutscher Bürgersinn haben mit erstaunlicher Opferwillig- keit all die Leiden des entsetzlichen Krieges überdauert, aber tief war Olmütz herabgestürzt von der Höhe, die es als erste Stadt des Landes in jeder Hinsicht erklommen, tödlich wurde es in seinem Lebensnerv getroffen.

Obwohl Mähren während des Jahrzehnte dauernden Krieges nicht immer unmittelbar der Schauplatz der Entscheidungen und großer Schlachten war, es bildete doch die große Heerstraße des ganzen Krieges und alle Phasen desselben spiegeln sich wieder sowohl in den militärischen, wie in den religiösen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnissen. Eine Schilderung aus der in jeder Hinsicht tüchtigen, landeskundigen Feder d'Elverts möge als die berufenste Be- leuchtung der mährischen Zustände in dieser drangvollen Zeit hier ihre Stelle einnehmen.*)

Der Kaiser hatte, wie er sagte, Mähren mit dem Schwerte erobert und schaltete darin frei und ungehindert, ohne(bis 1628) Land- tage zu berufen. Er setzte zur Verwaltung und Bestrafung einen bevollmächtigten General-Kommissarius, den Olmützer Bischof Kardinal

Vor der Ankunft der Schweden waren in der Stadt 700 Häuser; von den

623 bürgerlichen Hläusern werden nach 1648 noch 145 bewohnt, halb zerstört sind 242, ganz eingerissen 235. Von den 656 Häusern der Vorstädte war keines mehr

übrig. Einwohner waren im Jahre 1620 über 30.000, nun beträgt ihre Anzahl 1675.

Nach Lautzky, Geschichte der Stadt Müller, Geschichte der Stadt Olmütz 1895, Seite 185.

*) d'Elverts Schriften der historisch-statistischen Sektion XXIII. Band. . 3 1*