Aufsatz 
Die Montabaurer Amtsbeschreibung des Hofrats Damian Linz, geschlossen den 31. Dezember 1786 : 2. Teil
Entstehung
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Serta. 4

Religion. a) Katholiſche: Lehre von den Geboten. Altes Teſtament bis zur Trennung des Reiches. Gebete, Lieder. Kirchenjahr. Liturgie des hl. Meßopfers. b) Evangeliſche: Komb. mit IV. In einer beſonderen Stunde die 10 Gebote. Kirchenlieder. Deutſch. Der einfache Satz. Flexion. Zeichenſetzung. Silbentrennung. Gedichte und Proſaſtücke. Wöchentlich ein Diktat. Latein. Die regelmäßige Formenlehre der Deklinationen und Konjugationen. Entſprechende Übungen im Überſetzen. Jede Woche eine Klaſſenarbeit. Rechnen. Grundrech⸗ nungsarten mit ganzen, benannten und unbenannten Zaylen Münzen, Maße und Gewichte. Dezimale Schreibweiſe. Einfache dezimale Rechnungen. Einführung in die Bruchrechnung. Erdkunde. Heimatkunde. Geographiſche Grundbegriffe. Geſtaltung der Erdoberfläche. Beſchichte. Lebensbilder aus der vaterländiſchen Geſchichte. Naturkunde. Beſchreibung vorliegender Blüten⸗ pflanzen und Beſprechung der Formen und Teile der Wurzeln, Stengel, Blätter, Blüten, leicht erkennbaren Blütenſtände und Früchte. Beſchreibung wichtiger Säugetiere und Vögel inbezug auf äußere Merkmale und auf charakteriſtiſche Einzelheiten des Knochenbaues nebſt Mitteilungen über ihre Lebensweiſe, ihren Nutzen und ihren Schaden.

Techniſche Fächer.

a) Turnen. Die Anſtalt beſuchten im Sommerhalbjahr 280, im Winterhalbjahr 273 Schüler. Von dieſen waren befreit:

Vom Turnunterricht Von einzelnen Übungs⸗ überhaupt arten Auf Grund ärztlichen Beugniſſes im Sommer 62; im Winter 66; im Sommer; im Winter 2; Aus anderen Gründen.. e:. 4;:; Zuſammien. 62; 66; 1; 2 Alſo von d. Geſamtzahld. Schüler 220/3; 24, 10,==;,. 2 9;

Es beſtanden bei 9 getrennt unterrichteten Klaſſen 4 Turnabteilungen. Für den Turn⸗ unterricht waren insgeſamt wöchentlich 12 Stunden angeſetzt. Der größte Teil davon wurde für turneriſche lbungen in der Gymnaſialturnhalle verwendet. Soweit das Wetter und die Beſchaffenheit des Platzes es geſtatteten, wurden auf dem Jugendſpielplatze Bewegungsſpiele vorgenommen. Auch wurden Übungsmärſche ins Gelände gemacht. Außerdem beſteht zur Pflege von Bewegungsſpielen eine Vereinigung von Schülern, die namentlich im Sommer Ballſpiele betreiben. b) Geſang. VI und V: Das Wichtigſte aus der allgemeinen Geſang⸗ lehre. Melodiſche, rhythmiſche und dynamiſche ÜUbungen. Ein⸗ und mehrſtimmige Volks⸗ und Vaterlandslieder im Chor⸗ und Einzelgeſang. VI bis I(komb.) Lieder, Motetten, Volks⸗, Kunſt⸗ und patriotiſche Geſänge. Gemiſchter Chor. Männerchor. c) Zeichnen. Obertertia: Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſtformen von vorwiegend runder Geſtalt nebſt Wiedergabe von Licht und Schatten mittels Bleiſtift, Kohle, Paſtellkreide und Waſſerfarben. Farbentreffübungen. Skizzieren

und Zeichnen aus dem Gedächtnis. Untertertia: Erklärung der wichtigeren perſpektiviſchen Geſetze auf Grund von Beobachtungen. Darſtellen einfacher Gebrauchsgegenſtände mit Licht und Schatten. Quarta und Quinta: Zeichnen von flachen Gebrauchs⸗, Natur⸗ und Kunſt⸗

gegenſtänden(Flieſen und Muſter) mittels Bleiſtift, Kohle und Waſſerfarben. Skizzieren, Zeich⸗ nen aus dem Gedächtnis und Darſtellen an der Wandtafel. Wahlfreies Zeichnen: IIb, II a, Ib, Ia. Malen und Zeichnen ſchwieriger darzuſtellender Natur⸗ und Kunſtgegenſtände, Stillleben. d) Schreiben. VI und V: Einübung des deutſchen und lateiniſchen Alphabets. Übungen im Schönſchreiben nach Vorſchrift. IV, IIIb, IIIa: Schönſchreibeübungen.