52
Gymnaſialpracticant Karl Heinrich Budérus aus Rauſchenberg mit Aushülfeleiſtung am hieſigen Gymnaſium namentlich für den geographiſchen und naturgeſchichtlichen Unterricht beauftragt. Derſelbe trat zwar mit dem Anfang des Sommerſemeſters in dieſe ſeine hieſigen Functionen ein, mußte jedoch in Folge Beſchlußes Kurfürſtlichen Miniſteriums des Innern vom 21. April 1858 bereits am 10. Mai nach kaum vierwöchentlicher Wirkſamkeit am hieſigen Gymnaſium dieſe ſeine Stellung verlaßen, um als beauf⸗ tragter Lehrer an das Gymnaſium zu Hersfeld überzugehen.
Dagegen wurde durch Allerhöchſtes Reſcript vom 8. April 1858 der bisherige ordentliche Lehrer am Gymnaſium zu Hersfeld Eugen Friedrich Lichtenberg an das hieſige verſetzt und begann ſeine hieſigen Functionen, unter Übernahme des geographiſchen und naturgeſchichtlichen Unterrichts, am 17. Mai 1858*).
Durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums des Innern vom 21. Juni 1858 wurde der Gymnaſial⸗ practiceant Theodor Junghenn mit der Verſehung einer Lehrerſtelle an der hieſigen Realſchule vom Beginn der Sommerferien an beauftragt und ſpäter ſodann durch Allerhöchſtes Reſcript vom 8. Juli 1858 zum wirklichen Lehrer an der genannten Anſtalt proviſoriſch beſtellt. Mit dem Schluße der Stunden des 1. Quartals am 3. Juli 1858 ſchied derſelbe daher vom hieſigen Gymnaſium, an dem er ſeit Oſtern 1856**) thätig geweſen war.
In Folge Allerhöchſter Entſchließung(mitgetheilt durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums des In⸗ nern vom 12. Juli 1858) wurde der Candidat des Gymnaſiallehramts und der Theologie Wilhelm Gundlach als Practicant am hieſigen Gymnaſium zugelaßen, und darnach mit Verſehung der durch Junghenns Abgang erledigten Stelle beauftragt. Derſelbe iſt geboren am 17. November 1829 zu Veckerha⸗ gen, beſuchte von 1838 bis Michaelis 1848 das Gymnaſium zu Marburg, ſtudierte in den darauf folgenden Jahren Theologie und Philologie zu Marburg und nach Vollendung des theologiſchen Examens Philologie in Berlin. Nachdem er dann im Sommer 1853 die theoretiſche Prüfung für Bewerber um ein Gymna⸗ ſiallehramt beſtanden und zu ſeiner weiteren Ausbildung im Winter 1853 München beſucht hatte, war er zuerſt als Hauslehrer in Berlin, dann als Lehrer und Erzieher an einem Privatgymnaſium zu Birkenruh bei Wender in Livland, zuletzt ſeit dem Sommer 1856 als Inſpector der adelichen Penſion an der Eſth⸗ ländiſchen Ritter- und Domſchule zu Reval thätig, und trat dann am 26. Juli 1858 in ſeine hieſigen Functionen ein.
Durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums des Innern vom 16. Juli 1858 wurde eine zweckmäßige Umänderung des Unterrichts in den Leibesübungen genehmigt und mit der Leitung deſſelben ſtatt des bis⸗ herigen Lehrers K. Zimmermann***), der Inhaber einer aufs beſte eingerichteten Turnſchule und Lehrer an derſelben Philipp Störger bis auf Weiteres beauftragt.
Am 20. Auguſt fand die Feier des Geburtstages Sr. Königlichen Hoheit des Kurfürſten in der Aula des Gymnaſiums Statt. Die Feſtrede über Landgraf Heinrich das Kind von Heſſen hielt Dr. Vilmar.
*) Über ſeine frühere Thätigkeit als Lehrer an den Gymnaſien zu Kaſſel u. Hersfeld vgl. Programm des Gymnaſiums zu Kaſſel 1836, 1837 S. 83, 1842 S. 14; Programm des Gymnaſiums zu Hersfeld 1842 S. 51. **) S. Programm des hieſigen Gymnaſiums 1857 S. 29. **) S. Programm des hieſigen Gymnaſiums 1857 S. 30.


