Aufsatz 
In den Straßen des alten Rom / H. W. Stoll
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28

IV. Kl. 2 St. Größere ornamentale Umriſſe. Die wichtigſten Geſetze aus der Perſpective und Licht⸗ und Schattenlehre im Anſchluß an das Zeichnen nach einfachen Körpermodellen. Uebung im Schattiren. Schattirte Or⸗ namente.

b. vrivatim.

Freihandzeichnen.

2 St. Im Sommer 7, im Winter 8 Schüler. Aus⸗ geführte ornamentale Zeichnungen. Thier⸗, Kopf⸗ u. Figuren⸗ zeichnungen. Zeichnen nach Gyps.

Darſtellende Geometrie.

2 St. Im Sommer 3, im Winter 10 Schüler. Ein⸗ leitendes über Central⸗ und Parallelprojection. Die Ver⸗ ticalprojection und die rechtwinklige Ecke. Projectionen des Punktes. Projectionen der unbegrenzten Graden und der Strecke in den verſchiedenen Lagen, ihre Spuren, Neigungs⸗ winkel und Umlegungen. Die verſchiedenen Lagen und Spuren der Ebene. Conſtruction ihrer Neigungswinkel und Umklappung. Projectionen von in einer Ebene liegenden Punkten, Linien und flachen Figuren, ſowie Projectionen von Polygonen, des Kreiſes und der Ovale mit jedesmaliger Darſtellung der wahren Größe. Brückel.

3. Geſang.

VI.& V. Kl. comb. 2 St. Gehör⸗ und Treffübungen und Theorie nach der Geſangſchule von Widmann. Ein⸗ übung ein⸗ und zweiſtimmiger Lieder, ſowie der Sopran⸗ ſtimmen zu den Geſängen für den gemiſchten Chor; Choräle.

IV., III b.& III a. Kl. comb. 1 St. Einübung der gebräuchlichſten Choräle und der einzelnen Stimmen zu den vierſtimmigen Geſängen. Geſangproben mit demganzen vierſtimmigen Chor. Sauer.

d. Körperliche Uebungen.

1. Turnen. 8 St. mit den verſchiedenen Klaſſen. Im Sommer wurden mit Kl. VI, V und IV vorzugsweiſe Frei⸗ und Ordnungsübungen(welche bei günſtiger Witte⸗ rung im Freien ſtattfanden, wobei dann auch Kl. III zu⸗ gezogen wurde), mit Kl. III, II& I dagegen vorzugsweiſe Gerüſt⸗ und Gerätheübungen vorgenommen.

Im Winter hatten alle Klaſſen Gerüſt⸗ und Geräthe⸗ turnen. 4 Brückel.

2. Der gewöhnlich im Winter ertheilte Tanzunter⸗ richt fiel mit Rückſicht auf den Ernſt der Zeit aus.

3. Baden und Schwimmen. Die Bade⸗ und Schwimmanſtalt des Gymnaſiums ſtand unter der ſpeciellen Aufſicht und Leitung des früheren Feldwebels und Militär⸗ Schwimmlehrers, jetzigen Gymnaſial⸗Pedellen Wein⸗ brenner. Demſelben war zur Verhütung von Unfällen in den für das Baden und Schwimmen feſtgeſetzten Stunden noch ein des Schwimmens kundiger Mann zur Unterſtützung beigegeben.

4. Schlittſchuhlaufen Die im vorigen Winter lang zugefrorene Lahn wurde zum Schlittſchuhlaufen und andern Beluſtigungen auf dem Eiſe vielfach benutzt. Das Eis wird jedesmal, bevor es von Gymnaſialſchülern betreten werden darf, unterſucht und die ganz ſicheren Stellen ab⸗ gegrenzt, ſo daß Unglücksfälle auch in dieſer Beziehung nicht zu befürchten ſind.

B. Chronik des Gymnaſiums.

Am 25. April 1870 Aufnahmeprüfung, am 26. Eröffnung des neuen Schuljahres durch

eine allgemeine Verſammlung in der Aula. Vom 4. bis 13. Juni Pfingſtferien.

Am 15. Juli Rückreiſe Seiner Majeſtät des Bahnhofes. (mündliche) nach der Miniſterial⸗Verfügung vom

Begrüßung auf dem Perron des hieſigen Am 23. Juli Maturitätsprüfung 19. Juli No. 20,441..

Königs von Ems; Empfang und

Vom 8. bis 13. Auguſt ſchriftliche Maturitätsprüfung nach der Miniſterial⸗Verfügung

vom 25. Juli No. 21,614. Zur Bearbeitung kamen folgende Aufgaben: 1. Deutſcher Aufſatz. Leſſing's Einfluß auf die Entwickelung eines nationalen Drama's. 2. Lateiniſches Extemporale. Deutſcher Text nach Mureti Comment. in Tac. (Heuchelei und Verſtellung des Tiberius). 3. Lateiniſcher Aufſatz. Respublica Romana quibus virtutibus floruerit, quibus vitiis conciderit, breviter exponatur..