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Klingelhäher zu Höchſt i. O.; am 22. April verſchied nach lüngerem Leiden der Unter-Tertianer Emil Hahn, Sohn des Großh. Oberſteuerraths Fr. Hahn zu Darmſtadt, und am 28. Mai wurde uns das Ableben des Vorſchülers A'fred Seligmann von hier gemeldet, der eben mit Beginn des Sommer- ſemeſters in die unterſte Klaffe eingetreten war. So weit äußere Verhältniffe es geſtatteten, pethei- ligten ſich Lehrer und Schüler, um den Verſtorbenen die letzte Ehre zu erweiſen.
Der Gymnalſiallehrer R. Schafer mußte in Folge einer ſchweren Erkrankung bald nach Be- ginn des Schuljahres feinen Unterricht einſtellen und konnte ihn bis jetzt nicht wieder aufnehmen. Mit ſeiner Vertretung wurde von Oſtern ab der provif. Gymnaſiallehrer Wilhelm Kunz aus Groß- Umſtadt beauftragt. Auch Herr Turninſpector Maræ war ſeit Neujahr wegen eines hartnäckigen Halsübels an der Ausübung ſeiner Functionen verhindert.
Im Sommerſemeſter erkrankten und fehlten auf längere Zeit Herr Pfarrer Dr. Sell und Dr. Curſchmann. Der Unterricht des Herrn Friedrich wurde in Folge von Krankheitén in ſeiner Familie auf ärztliche Anordnung unterbrochen.
Empfindliche Störungen der Unterrichtsordnung verurfachte die Einberufung mehrerer Gym- naſiallehrer zu militäriſchen UÜbungen. Es wurden nacheinander dazu beordert Herr Münch(vom 20. April bis 30. Mai), Blaſe(vom 30. Mai bis 25. Juli), Dr. Kornmeſer(vom 22. Juli an), Dr. For- bach(vom 19. Aug. auf 4 Wochen), Dr. Gerhard(vom 16. Sept. an). Es fällt davon nur die Uebungs- zeit des Dr. Forbach ausſchließlich in die Ferien.
Als Acceffiſten wurden der Direction überwieſen: am 26. Sept. v. J. der cand. phil. Georg Folger aus Markoldendorf, am 19. Mai 1. J. Albert Henkelmann aus Meffel, endlich am 4. Juli Karl Stolle aus Wonsheim. Dem Accefliſten Dr. Ludivwig Baur wurde behufs Ableiſtung des Militärdienſtes für die Zeit vom 1. October 80 pis 1. October 81 Urlaub ertheilt.
Mit Beginn des Sommerſemeſters trat in das Collegium Herr Karl Thylmann aus Gießen, um hauptſächlich den franzöſiſchen Unterricht im Oſtercurfus zu übernehmen. Zugleich veranlaßte die Errichtung einer zweiten Oberprima die Verwendung des provif. Lehrers der Vorſchule G. Schmitz in der Sexta des Gymnaſiums.
Der provif. Lehrer der Vorſchule Johannes Brehm ſchied Oſtern wegen Kränklichkeit aus dem Dienſt. Da zugleich die zweite Klaffe in zwei Abtheilungen getrennt werden mußte, ſo wurden mit Beginn des Sommerſemeſters drei neue Lehrer der Vorſchule ernannt: Adam Fuchs und Otto Höcker von hier, und Leonhard Meiſinger aus Michelſtadt.
Am 31. März wurde durch das Amtsblatt der Schulabtheil. Großh. Miniſteriums folgende Ferienordnung für die höheren Schulen des Landes bekannt gemacht:
1. Oſterferien: 3 Wochen, und zwar 2 Wochen vor und 1 Woche nach dem Feſt.
2. Pfingſtferien: 1 Woche vom Pfingſtfonntag an.
3. Herbſtferien: 5 Wochen, von dem dem 15. Auguft zunächſt liegenden Sonntag an.
4. Weihnachtsferien: 2 Wochen, und zwar wenn der 25. December auf Montag, Dienſtag, Mittwoch oder Donnerſtag fällt, von dem dieſen Tagen vorhergehenden Sonntag, ſonſt von dem Donnerſtag an.
So lange die Scheidung der Semeſter durch Neujahr unmöglich bpleibt, wird und kann keine Ferienordnung vollkommen befriedigen, weil ſtatt der natürlichen Ordnung nur Nothbehelfe möglich ſind. Wollte man durchaus die Sommerferien feſthalten, ſo müßte der Jahresſchluß fümmtlicher höherer Lehranſtalten auf Oſtern verlegt werden. Aber eine lolche Ordnung geltattet nicht die Aückſicht auf die Landesuniverſität.


