Aufsatz 
Bericht über die 50-Jahrfeier der Liebig-Realschule zu Frankfurt a. M.-Bockenheim am 17. Juni 1905 / von F. Dörr
Entstehung
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Jan. 27. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers. Hiermit war zugleich eine Gedenkfeier zur Erinnerung an Mozart verbunden, indem die Gesang- und Instrumentalvorträge den Schöpfungen des Tondichters entnommen waren und die von Herrn Oberlehrer Sauter gehaltene Festrede den Lebensgang und die Bedeutung Mozarts zum Ausgangs- punkte nahm.

Febr. 27. Schulfeier am Tage der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Dr. FranzUeber Jena und Sedan.

März 9. und 22. Gedenktage für Seine Majestät Kaiser Wilhelm I.

März 31. Es fand unter Leitung des Direktors als Königlichen Kommissars die Schlußprüfung statt. 19 Schülern der Prima wurde die Reife für Ober- sekunda der Oberrealschule zuerkannt.

Der Gesundheitszustand kann im ganzen ein guter genannt werden. Zwar fehlten in den Vorklassen vorübergehend eine Anzahl von Schülern, die an Masern oder Mumps erkrankt waren, aber häufige und länger dauernde Unterbrechungen des Unterrichtes wegen Krankheit kamen nur in wenigen vereinzelten Fällen vor. Auch der Tod hat sein Opfer aus der Reihe der Schüler gefordert. Am 26. Juni starb nach kurzem Krankenlager der Schüler der Quartab Amandus Müller. Die Schule hat aufrichtigen Anteil an dem Verluste der Eltern, die in dem Ver- blichenen ihr einziges Kind verloren haben, genommen und wird dem braven und strebsamen Schüler ein liebevolles Andenken bewahren.

Die Gesundheitsverhältnisse im Lehrerkollegium erforderten im Sommer mehr- fach Beurlaubungen und Entlastungen, im Winterhalbjahre waren sie dagegen recht günstig. Zur Herstellung der Gesundheit, zur Erholung und zum Gebrauche von Heilkuren waren entlastet im Sommerhalbjahr: Herr Professor Merz um 10 Std. dauernd, Herr Oberlehrer Dr. Grede um 8 Std. vom 15. Mai bis 8. Juli; im Winterhalbjahr: Herr Professor Stelz um 8 Std. Ganz beurlaubt waren zu diesem Zwecke: Herr Professor Stelz vom 15. Juni bis Ende des Sommerhalbjahres: Herr Lehrer Schmidt vom 2. bis 7. Juli und 8. bis 14. August.

Außerdem fehlten wegen Krankheit: der Direktor 21 Tage, Herr Professor Stelz 3 Tg., Herr Professor Merz 1 Tg., Herr Oberlehrer Dr. Krüger 4 Tg., Herr Oberlehrer Dr. Grede 2 Tg., Herr Oberlehrer Dr. Bothe 4 Tg., Herr Ober- lehrer Petry 8 Tg., Herr Zeichenlehrer Knebel 1 Tg., Herr Lehrer Ickler 15 Tg., Herr Lehrer Schmidt 2 Tg. Herr Lehrer Schmidt mußte wegen an- steckender Krankheit in der Familie dem Unterricht vom 1. bis 10. Mai fern- bleiben. Der Direktor gab die ausgefallenen Stunden fast alle nach.

Aus anderen Gründen fehlten Herr Oberlehrer Sauter 4 Tg., Herr Lehrer Fries 1 Tg., Herr Lehrer Wenderoth 1 Tg. Herr Oberlehrer Dr. Bothe hatte zum Zwecke lokalhistorischer Studien einen 2 monatlichen Urlaub(Januar und Februar) erhalten.

Zur Deckung von Überstunden, sowie zur Vertretung in den vorgenannten Fällen mußten in dem verflossenen Schuljahr Hilfskräfte in größerer Zahl heran- gezogen werden. Im Rahmen der planmäßigen Unterrichtsverteilung waren be- schäftigt: a) im Sommerhalbjahr: Herr Lehrer Kalk(Franckeschule) mit 3 Std., Herr Lehrer Hendorf(Franckeschule) mit 2 Std., Herr Lehrer Dr. Idelberger (Franckeschule) mit 2 Std., Herr Lehrer Grabe aus Eschersheim mit 6 Std.; b) im