Aufsatz 
Die Jubiläumsfeier der Anstalt. Gedenkfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt
Entstehung
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Saale des Kasinos. Herr Provinzial-Schulrat Dr. Kaiser brachte den Trinkspruch auf den Kaiser aus. Der Direktor verlas zunächst eine Anzahl Telegramme ehemaliger Schüler, sodann dankte er seinen Kollegen für die viele Arbeit, der sie sich gerne unter- zogen, hätten um das Fest würdig vorzubereiten. Sein Hoch galt den Damen. Es folgte noch eine Reihe ernster und heiterer Ansprachen. Zu dem Kommerse am Abend waren die Teilnehmer so zahlreich erschienen, daß sie in dem großen»Kaisersaal« kaum Platz zu finden vermochten. Die Galerie war den Damen vorbehalten. Die Leitung des Kommerses lag in den Händen des Herrn Oberlehrers Dr. Schafstaedt, der später von dem früheren Schüler Herrn Ingenieur Hanson abgelöst wurde. Ein früherer Schüler, Herr Sänger Kaus, sang mit schöner Stimme sehr wirkungsvoll einige Lieder. Der Direktor dankte allen, zumal den früheren Schülern, die für das Fest ein so lebhaftes Interesse betätigt nätten. Daß die ehemaligen Schüler dankbaren Herzens auf ihre Schulzeit zurückblickten, das beweise ihr starker Andrang zu allen Veranstaltungen des Jubiläumsfestes, und so auch zum heutigen Kommerse. Sein Hoch galt der Jugend. Herr Istel dankte im Namen seiner ehemaligen Mitschüler und brachte auf Herrn Provinzial-Schulrat Dr. Kaiser, auf den jetzigen Direktor und das Lehrerkollegium sein Hoch aus. Herr Professor Dr. Kadesch dankte in launiger Weise den städtischen Behörden für das der Anstalt allzeit bewiesene Interesse. Ihm dankte Herr Bürgermeister Heß und gedachte dabei der langjährigen Tätigkeit des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Kaiser als Leiter der Anstalt. Dieser er- widerte mit einem Trinkspruch auf die Anstalt. Das für den Kommers hergestellte besondere Liederbuch verzeichnete u. a. Lieder, die von Herrn Professor Dr. Diehl und Oberlehrer Dr. Weimer gedichtet waren. Um die Unterhaltung machte sich ganz be- sonders die Gesangriege des»Turnvereins« unter Leitung ihres Dirigenten, des Herrn Vorschullehrers Schauß, verdient.

Am folgenden Morgen wurde von den Restteilnehmern unter Führung des Herrn Professors Schneider ein Rundgang durch die Stadt gemacht, der den hiesigen Sehens- würdigkeiten, darunter namentlich den neuen schönen Schulen sowie dem Rathaus und dem neuen Kurhaus galt. Ein am Nachmittag auf dem Neroberg mit Jugendspielen und Tanz veranstaltetes Volksfest bildete den Beschluß der in ungetrübter Harmonie verlaufenen Festtage.