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Besonders günstige Aufschlüsse des Rotliegenden findet man an zwei Punkten in der näheren Umgebung von Darmstadt, es sind dieses Zeilhard östlich und Langen nördlich von Darmstadt.
Der Zeilharder Steinbruch(Profil 1) zeigt folgendes Profil von unten nach oben:
1) eine untere Zone: 2 m. grossbänkiger, feinkörniger Sandstein,
2) eine obere Zone: 4 m. dünnbänkige tiefrote Schieferletten, abwechselnd mit Tiger- sandstein und handbreiten gelbgrauen dolomitischen Sandsteinbänken und Dolomit- knollen. zwischen denen fleischrote löcherige, eckige Karneolbrocken eingestreut sind. Dies ist das in den südwestdeutschen Gebirgen weitverbreitete, von den dortigen Geologen als„Karneolhorizont“ bezeichnete Lager.
Sowohl in den Sandsteinen als in den Schieferletten sind rundliche Dolomitknollen enthalten. Dieser Dolomitgehalt mag auch die Veranlassung zur Bildung der Flecken des Tigersandsteins gegeben haben. Die roten gebänderten und gefleckten Sandsteinbänke brausen stark mit Salzsäure, die grauen dolomitischen Sandsteine wenig oder gar nicht. Die Sand- steine blättern sich bei Einwirkung der Atmosphärilien leicht auf.—
Nach Westen sind die Schichten des Rotliegenden durch den Roßberger Basalt durchbrochen. Noch weiter nach Westen liegen unter der oben genannten unteren Zone, nämlich den großbänkigen feinkörnigen Sandsteinen, grobe Konglomerate mit Granit-, Gneis-, Porphyr- und Melaphyrgeröllen mit gleichem Einfallen nach S. S. O.(5— 10⁰) wie die über- lagernden Sandsteine. Die dolomitische Sandsteinbank der obersten Zone des Rotliegenden ist 0,4 m. mächtig und braust auf den frischen Spaltflächen, die auch mit Kalkkrusten über- zogen sind. Die roten Schieferletten bei dem benachbarten Roßdorf auf der Goldkaute wechseln mit graugrünen Schieferletten ebenso, wie bei Zeilhard der dolomitische Sandstein mit roten Schieferletten. An dem Tunnel bei Zeilhard bohrte ein Unternehmer 25 m. tief auf Erz, fand aber weder Manganerz noch den zugehörigen Zechstein, sondern kam direkt auf die Konglomerate des Rotliegenden, während im hinteren Odenwald überall, wie das geo- gnostische Profil des Manganerzlagers der Grube Gottfried bei Bockenrod von Th. Teklenburg¹) zeigt, der Zechstein zwischen unterem Buntsandstein und oberem Rotliegenden liegt.
Der zweite Aufschluß des Rotliegenden, der hier zum Vergleich angeführt werden soll, ist der von Langen(Profil 2). In den meisten der zahlreichen Steinbrüche daselbst liegen von oben nach unten:
1—8 m. rote Konglomerate
0,5— 3 m. rote Schieferletten
3— 10 m. violettrote Konglomeratsandsteine 1— 2 m. Schieferletten
X m. blaurote untere Konglomerate.
Die obersten Konglomerate²) bestehen aus einer Reihe von roten, durch Zersetzung rostgelb gefärbten, oder weißen, fein-, mittel- und grobkörnigen plattigen oder schiefrigen
¹) Notizblatt des Vereins für Erdkunde zu Darmstadt. 1889. p. 4.
2) C. Chelius, Erläuterung zu Blatt Messel der geologischen Karte des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. 1886. p. 18.


