19—
im bitteren Exilio, theils unter harter Kriegspressur ſeyn ſollen, dazu iſt Gedult vonnöthen! Die Verheiſſung iſt, Gott wolle uns doch nicht verlaſſen, durchhelffen, und dermahleins gar erlöſen, dazu iſt Gedult vonnöthen! So faſſet den, Hoch⸗-geehrteſte Vätter des Vatterlands, Eure Seelen mit Gedult! Der Gott der Ge— dult und alles Troſtes erfülle Euere Hertzen mit chriſtlicher Ge— laſſenheit und Göttligem Troſt, daß Ihr glaubet, und dermahleins an Euch auch war befindet, waß der Geiſt Gottes ſagt: wir rühmen uns auch der Trübſahl(5 ein ſchlechter Ruhm, ſagt die Welt! Doch ein Ruhm, ſagen wir, aufs wenigſte dieſer, daß wir daraus beweiſen, wir ſeyen Kinder und nicht Baſtarte, weil ein Vatter jene, dieſe aber nicht züchtiget), dieweil wir wiſſen, daß Trübſahl Gedult bringt, Gedult bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läſt nicht zu ſchanden werden. Der Herr Herr ſegne in deſſen alle Consilia, daß Sie zu Gottes Ehre, Beförderung des Gemeinen Beſtens, und erwünſcht⸗baldiger Auffrichtung unſerer zerfallenen Statt und Statt⸗weſens gedeyen mögen! So wünſchet, ſo betet, Eines Hoch⸗-Edlen und Hochweyſen Raths
Auf dem Steinhaufen Unterdinſtlicher Diner zu Worms, am Wort und Gebet, den 1. ten jan. st. v. Conradus Textor. 1692. P. S.*)
ꝛc. Auch Hochzuehrende Herren und Obere.
Es iſt mir leyd, daß ich gleich zu Anfang dieſes Neuen Jahrs ein Unglück, welches doch verhoffentlich ſo gar arg nicht außſchlagen wird, ſo uns betroffen, überſchreiben muß, woran wir ſelbft ſchuldig ſind. Die ordinari Contribution haben wir zahlt, biß auf einen Reſt, wozu uns die Fr. noch anf ein Monat Zeit geben.
*) Befindet ſich in Nr. 381 unter den Befehlshaberſchreiben Herolds.


