7. Brief.“)
Gnade vom Vatter! Frieden durch Jeſum! Seegen in den H. Geiſt!
HochEdle und Geſtrenge, Hoch⸗gelährte und Hoch⸗weyſe ꝛc. Hochgl. Hochzuehrende Herrn und Obere.
Demnach wir durch Gottes Gnade, doch nicht ohne viele— Seuffzen und Thränen, aber eins von unſern Exulanten- und Jamer⸗Jahren, nemlich das 1691.ſte zurückgeleget, und nun mit Gott ein neues anfangen, wollte ich ja von Hertzen gern gegen einen Hoch Edlen Rath, übliger Gewohnheit nach, meinen ſchuldigen Neuen⸗Jahrs⸗Wunſch auf hiſiger Cantzel ablegen. Weil aber die Cantzel in der Aſchen ligt, Ein Hoch Edler Rath im Exilio wallet, und die annoch zörnende Göttl. Providentz es noch nicht zulaſſen will, in Dero angenehmen und hohen Gegenwardt ſolches perſönlich zu thun, alß habe es, umb doch meine ſchuldige Observantz zu erweiſen, mit dieſen paar Zeilen verrichten wollen: Wünſche demnach Einem Hoch Edlen und Hochweyſen Rath, deſſen ſamptligen Glidern, Bedinten und Zugehörigen, ein glückſeeliges, von Gott geſegnetes, geſuntes, fried- und freudenreiches Neues Jahr, ſampt vielen folgenden, beſſeren alß die vorige Jahr unſerer Trübſahl geweſen! Und verehre wünſchend zum Neuen Jahrs Präsent: Patientiam! Die Gedult! Vorm Jahr wünſchete ich⸗ den Friden! Ach eine Edle erwünſchete Gabe! Hette ich ſolchen ſo wohl geben, alß wünſchen können, er wäre nicht außenbliben. Weil es aber deme durch unſere groſſe Sünden erzörneten Gott noch nicht gefallen, uns damit zu erfreuen, iſt indeſſen nichts nöthigers und nützligeres alß Patientiam! Die Gedult! Gedult iſt uns vonnöthen, daß wir den Willen Gottes thun und die Ver⸗ heiſſung empfahen! Der Wille Gottes iſt, daß wir noch theils
*) Verleſen zu Frankfurt am a. Jan. 1692. ſ. Ratsprotokoll.


