Biob 30, 27. Matt. 24, 21. Eph. 5, 16.
3. Brief.
Gnade, Fried und Seegen! Von Gott unſerm himmliſchen Vatter, durch unſern Heyland Jeſum, in kräfftiger Wirckung des Tröſters aller betrübten.
Hoch⸗Edle und Geſtrenge, Hoch-gelährte und Hochweiſe ꝛc. Hoch⸗günſtige und Hochzuehrende Herren und Obere.
Demnach wir durch Gottes Gnade das Alte Jamer-Jahr zurückgeleget, und mit Gott ein neues angefangen, ſolte es mir eine Hertzens⸗freude geweſen ſeyn, wenn ich meinen gewöhnligen NKeuen⸗Jahrs⸗Wunſch, wie zu guten Friedens⸗Zeiten, alſo auch itzo, für und an Einen Hoch⸗Edlen und Hochweiſen Rath, in öffentlicher kirchliger Verſamlung ablegen können; weilen uns aber überfallen eine ehlende Zeit, eine Zeit groſſer Trübſahl, eine recht böſe Zeit, wie der Geiſt Gottes ſolche beſchreibet, welche Lehrer und Zuhörer von einander, wie Hirten und Schaffe, zer— ſtreuet, will ich meine Schuldigkeit abweſend observiren, und gleichwohl für meine hochzuehrende Obrigkeit nicht, aufhören, wie zu beten, alſo auch zu wünſchen, und denjenigen Neuen⸗ Jahrs-Wunſch, ſo dieſes angegangene Neue Jahr zu S. Menhard, wiewohl in nicht geringer Unſicherheit, publice an unſere abweſende Liebe Obrigkeit gethan, hirmit ſchrifftlich widerhohlen.
Wünſche demnach Einem Hoch⸗Edlen und Hochweiſen Rath ſampt und ſonders, wie auch allen Hohen und Nideren Bedienten, ein von Gott geſegnetes, glück⸗ſeeliges, fried⸗ und freudenreiches, geſuntes und ſelbſt verlangtes Neues Jahr, ſampt viel folgenden. In deme ich mich aber auf ein N. Jahrs⸗Präsent beſinne, kommen mir verſchiedene nöthige Dinge vor; wir brauchen Gedult in ſo groſſer Trübſahl, wir bedörffen Geſundheit bey ſo vielen hart anhaldenten Fibern und Krankheiten; uns iſt ein bußfärtiges Hertz höchſt von nöthen, umb den über uns ſehr erzörneten Gott wider


