2. Brief.“)
Gnad, Fried und Seegen: Vom Vatter! Durch Jeſum! Im H. Geiſt!
Hoch⸗Edle und Geſtrenge, Hoch⸗gelährte und Hoch⸗weiſe ꝛc. Hoch⸗günſtige und Hochzuehrende Herrn und Obere.
Demnach ich Beykommendes albereit geſtern geſchloſſen und einem Üüberbringer extradirt gehabt, wird mir das angenehme sub dato den 29. Dec. von Einem Hoch⸗Edlen und Hochweiſen Rath kommende wohl eingeliffert, worauß ableſend vernommen 1. daß es einige übel deuten, daß man die holländiſche Collect- Gelder zu Außlöſung des Kirchen⸗Ornats angewendet, auch intendiren, ſolchen wider zu verſetzen, und das Geld unter die Armen außzutheilen, ohnerachtet Sie das Contrarium ſelbſt ſchliſſen helffen. 2. daß Ein Hoch⸗Edler und Hochweiſer Rath für die alhiſige Armen mit dieſer Poſt etwas ſchicken, auch ins künftig ſchicken wolle. 3. Eine Specification der allhiſigen Armen begehret, umb ſich darnach können zu richten.
Hierauf diene ich ſchuldigſt zur wider⸗Antwort: Aufs 1. Daß ich ſelbſten für gut gehalten, den Kirchen⸗Ornat damit zu löſen und das übrige an die Gottes⸗Acker Kirche anzuwenden, glaube auch noch, daß es ſeyn verbleiben könne dabey haben, es tringe den, auf gut befinden eines Hoch⸗Edlen Raths, die höchſte Noth der Dürfftigen, das übergeblibene für die Armen anzuwenden. Den Ornat aber wider zu verſetzen, wird gar nicht rathſam ſeyn, und wundert mich, daß die, ſo es ſelbſt helffen ſchliſſen, nun einer anderen Meinung ſind. Aufs 2. Sage in dem Nahmen der al⸗ hiſigen Armen einem Hoch⸗Edlen Rath unterdinſtlichen Danck für
*) Dieſer und der folgende Brief wurden am 6. Jan. 1691 in der Rats⸗ ſitzung zu Frankfurt verleſen. Stdtarch. Nr. 523.


