Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Stadt Worms / von F. Soldan
Entstehung
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Briefe des Pfarrers Tertor.

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ir teilen im Folgenden eine Anzahl Briefe des Pfarrers

Textor mit, der während der furchtbarſten Leidenszeit, von der die Stadt Worms heimgeſucht wurde, mit unerſchütter⸗ lichem Gottvertrauen und unbeirrbarem Pflichteifer bei ſeiner armen

Gemeinde aushielt bis zum Tode. Die Briefe, die unſer ſtädtiſches Archiv*) aufbewahrt, machen uns nicht nur mit der Perſönlichkeit des wackeren Mannes bekannt, ſondern ſie ſind auch recht ge⸗ eignet, uns jene Zeit überhaupt mit ihren Leiden und ihren Lebens⸗ anſchauungen näher zu bringen.

Pfarrer Textor**) wurde im Jahre 1680, als Pfarrer Petri beurlaubt war, zur 4. Pfarrſtelle nach Worms berufen, und zwar aus dem gräflich Erbachiſchen Dorf Gronau. Am 7. Oct. hielt er ſeine Probepredigt und wurde am 21. Oct. in der Prediger⸗ kirche nach alter Gewohnheit der Gemeinde vorgeſtellt und unter die ordentlichen Prediger geſchrieben. Nach dem Tode des Herrn Pfarrer Lautz rückte er in die 3. Stelle vor. Wie es heißt, war er wegen ſeiner Beredſamkeit und deutlichen Ausſprache allgemein

**) Stdtarch. Nr. 1242.

**) Gymnaſialchronik Fol. 422, M. Georg Wilhelm Muhl. Kurzgefaßte Nachricht von allen und jeden evgl. Stadtpredigern von Anfang der Reformation bis auf die gegenwärtige Zeit 1786.

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