Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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den Rotten seind, fast allenhalben“, mit der zusammenfassenden Schluß- bemerkung am Ende der ganzen Schrift:„Anfenglich habe ich XXIX Ketzerzeichen widder Caluinum vnd Lasco gesetzt. Darnach CXXI wider die Widderteuffer. Vnd zu letzt CCCXXI(lies: CCCXLI) widder Carlstad, Zwingeln, Oecolampaden, Lasco, Caluinum, Schwenkfeld, Bullinger etc. In Summa CCCCXCI vnd ist keins vnter denselben, das nicht des Hel- lischen fewrs werd sey.“(Schn. v. C., S. 150.)

Luthers Lehre war ihm die unfchlbare Richtschnur des Glaubens: wer den rechten Weg treffen wolle, solle sich an die Martini-Lehre halten. Denn diesen Mann habe uns Gott aus besonderen Gnaden beschert, daß er uns den Weg zum ewigen Leben weise.„ls sciut se in Dei cognitione plurimum profecisse, cui Lutherus valde placet. Diese Regel gebe ich allen Menschen, die da gedenken selig zu werden, und ist eine gewisse Regel.“(Schn. v. C, S. 132.)

Die ganze Autoritöt der alten Kirche, die er sonst bekämpft, wird hier herübergenommen und dem einen Luther zugeteilt.

In der deutschen Litteraturgeschichte wird Erasmus Alberus als Fabeldichter genannt. Er hat sich diesen Ehrenplatz erworben durch: Das Buch von der Tugent vnd Weisßheit, nemlich Neunvndviertzig Fabeln, der mehrer theil aufs Esopo gezogen vnd mit guten Rheimen verkleret, durch Erasmum Alberum, Allen stenden nützlich zu lesen, Frankfurt bei

Peter Braubach 1550. ¹) Die erste Ausgabe erschien Hagenau 1534 und enthielt nur 17 Fabeln. Die Art der Behandlung ist interessant. Schon äußerlich fallen seine Fabeln auf: sie sind doppelt, drei- bis zehnfach so lang als die Aesopischen. Woher kommt das? Erasmus Alberus lokalisiert die Fabeln, er versetzt die Handlung mit Vorliebe in seine Zeit und an ihm bekannte Ortlichkeiten. Dadurch erhält er Gelegen- heit, seine persönlichen Erfahrungen und Anschauungen zum besten zu geben und er tut das gern und behaglich; im Ausmalen der Szenerie kann er sich mitunter gar nicht genug tun. ²) Dadurch werden seine Fabeln zu einer beachtenswerten Quelle zur Geschichte seiner Zeit und seiner Zeitgenossen; man greift gern darnach, aber was uns die Fabeln interessant und wertvoll macht, ist die entschiedene, kraftvolle Persön- lichkeit des Alberus selbst, die überall durchscheint; die harmlose Freude an dem alten einfachen Fabelstoff ist fort. Polemische Spitzen fehlen nicht. In der Fabel von der Stadtmaus und der Feldmaus, z. B., gegen 110 Verse, fängt die Stadtmaus, nachdem der Hausknecht wieder fort

¹) Jetzt in den Neudrucken von W. Braune, Halle, Niemeyer, 1892 wieder leichter zugänglich gemacht.

2²) Sich selbst ruft er einmal zu: Nun ist es Zeit, das ich doch kum Zuletzt auch ad Propositum!(No. 20, V. 101.)