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„unserer lieben Frauen“ zu Ehren eingeweiht worden. 1410 wurde das Langhaus vollendet und die beiden Türme hatten ihre jetzige Höhe er- reicht, als auf Einspruch der Burg hin König Ruprecht von der Pfalz den Ausbau der Türme untersagte und nur eine notdürftige Bedachung gestattete. Um so erhebender wurde das Innere der Kirche ausgestattet, in keuscher Schönheit erstrahlte der Hochaltar, 16 Nebenaltäre schmück- ten die Seitenkapellen.
Unter dem Eindruck dieser monumentalen kirchlichen Schöpfung der Friedberger Bürgerschaft, baute nun auch die Burg, auch hierin mit der Stadt rivalisierend, ihre alte Burgkapelle um und vergrösserte sie so, daß sie Raum bot für 11 Altäre und von da ab(1380) den Namen Burgkirche führte, den stattlichen Glockenturm, den wir auf den Merian'schen Ansichtskarten sechen, erhielt sie schon 1372; das Innere wurde mit einem großen Gemälde geschmückt zu Ehren des allmächtigen Gottes, das Johann Wölflin, Maler des Cisterzienserordens zu Ilbenstadt geschaffen hatte und das mit 70 Gulden bezahlt wurde.
Auf dem Merian'schen Stadtplan fehlt schon ein kirchliches Bau- werk des Mittelalters, die Katharinenkapelle auf der Freiheit, 1272 erbaut. Sie war der Burg stets ein Stein des Anstoßes gewesen, weil sie in den Kämpfen zwischen Stadt und Burg durch ihren Standort auf der Freiheit in unmittelbarer Nachbarschaft der Burg den Bürgern einen erwünschten Stützpunkt bot. Auf Befehl Ludwigs des Bayern sollte sie zur Aussöhnung zwischen Stadt und Burg abgebrochen und an geeigneterem Platz wieder aufgebaut werden, 1332; der Befehl aber wurde nicht ausgeführt. Nach Niederwerfung eines Aufstandes von 1525 drang die Burg abermals auf Abbruch der Kapelle, erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde ihrem Drängen stattgegeben. In der Vorstadt vor dem Fauerbacher Tor lag die Barbarakapelle, Barbaragasse und Barbaragärten erinnern noch an sie; südlich der Stadtkirche stand die Michaelskapelle mit dem Kerner, dem Beinhaus. Vor dem Mainzer Tor wird 1318 U. B. 227 der Nikolauskapelle gedacht, neuhergerichtet wurde sie dem hl. Leonhard geweiht, 1546 wurde der Kirchhof von der Stadtkirche an die Leonhardikirche verlegt, von 1546— 1841 fanden die Friedberger Bürger auf dem Leonhardikirchhof ihre Ruhestätte, die letzten Grabsteine wurden beim Neubau der Augustinerschule entfernt, eine Straße trägt jetzt nach der Kapelle den Namen.
Zwei Klöster zählte die Stadt: das Augustinerkloster kurz vor 1260 gegründet—(Augustiner) qui nuper intraverunt locum in Frideberg. 6. Dezember 1260. U. B. No. 41— und das Franziskaner- oder Barfüßerkloster; urkundlich wird es zum erstenmal 1293 erwähnt
Archiv, Neue Folge, I. Band S. 307.


