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Die verschiedenen Stile finden sich nebeneinander in der Burg Münzenberg. Der Palas romanisch, der Falkensteiner Bau oder die „Münze“, dem Palas gegenüber an der Nordmauer der Burg sich an- lehnend, gehört noch der Frühzeit der Gotik, die Kapelle einem Umbau der Spätzeit der Gotik an.
„Der würdigen und ebenso lebensvollen Pracht der romanischen Wohnbauten und der leichteren der gotischen gesellt sich die durchaus ernste und trotzig wehrhafte der YVerteidigungsanlagen. Kaum eine zweite Burg Deutschlands hat die Doppelseitigkeit mittelalterlichen Hof- lebens, den Hang zum fröhlichen Genusse und die ständige Kriegs- bereitschaft in gleich edler und ausgeprägter Weise zum Ausdruck und diesen bis auf unsere Tage gebracht.“(Adamy, Kunstdenkmäler S. 180.) Bei Luckenbach: Kunst und Geschichte, 2. Teil; Abbildungen zur deutschen Geschichte hat die Burg Münzenberg deshalb auch Würdigung und Wiedergabe gefunden.
Kunsterziehung ist ja jetzt ein beliebtes Schlagwort der pädagogischen Litteratur; man braucht die Uebertreibungen nicht mitzumachen, aber wo sich so ungezwungen Gelegenheit zum Schauen und zur Belehrung bietet, wird die Schule sie nicht achtlos verpassen ¹)
Mit den Kreuzzügen hielten auch die Ritterorden ihren Einzug in die Wetterau. Im Jahre 1187 übertrug Berthold, der letzte Graf von Nidda, die Pfarrei Nidda samt Filialen und Einkünften dem in erster Blüte stehenden Johanniterorden Von der Kirche ist nur noch der Turm erhalten. Der Comthurei zu Niederweisel haben wir bereits gedacht.
Mit dem Interregnum ist die Blütezeit der Ritter und der alten Orden vorüber; den Orden wurde die Mildtätigkeit der Gläubigen, den Rittern ihre Wehrhaftigkeit zum Verderben. Die einen verweichlichten, die andern verrohten. Träger der Kulturentwicklung werden die deutschen Städte. Wir müssen einen Blick werfen in eine solche deutsche Stadt.
¹) Für die Renaissancezeit kümen z. B. in Betracht das grossherzogliche ehemals burggräfliche Schloss in der Burg Friedberg, namentlich das prächtige im Stil deutscher Renaissance erbaute Eingangstor mit den drei Bogenöffnungen.
Die Architektur unseres stattlichen Schulgebäudes selbst ist ebenfalls im Stil deutscher Frührenaissance gehalten.
Aus der Barrockzeit haben wir den reizenden Torbau des Abtes Andreas Brandt in Ilbenstadt von 1719,„dieses kleine Kunstwerk der Architektur“.(Adamy, S. 154)
Eine Darlegung über die Verwertung der heimatlichen Kunstdenkmäler im Unterricht wäre eine anregende und dankenswerte Arbeit für einen Punstzinnigen Zeichenlehrer.


