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inzwischen die Kirche zu Arnsburg besuchen, so muß das Kloster ihm 5) passende Wohnung bereit halten und Speise, Trank und Brand stellen wie den andern Männern, die darin wohnen, 6. auch ein über das andere Jahr Tuch für neue Anzüge ihm liefern. Die Nutznießung seines Gartens und des Morgen Wingert bei Hollar behält er sich ebenfalls vor. (U. B. No. 72 Ahnlich U. B. No. 94.)
Der Geist einer Zeit spiegelt sich mehr noch als in ihrer Litteratur in ihren Baudenkmälern wieder. Die großen mittelalterlichen Baustile haben gerade in Friedberg und in seiner nächsten Umgebung muster- gültige Repräsentanten; der romanische in der chemaligen Prämon- stratenser-, jetzigen Pfarrkirche zu IIbenstadt, der gotischen in der Liebfrauen-, jetzt Stadtkirche zu Friedberg, während die Johanniterkirche zu Nieder-WMeisel den romanischen Stil im Uebergang zum gotischen zeigt.
Bei einer Betrachtung dieser Baudenkmäler wären wohl folgende Punkte zu beachten und etwa folgende Kunstausdrücke in Anknüpfung an das Gesehene zu übermitteln:
Ilbenstädter Kirche:
Türme: zwei, im Westen, quadratisch, unverjüngt, in fünf Abtei- lungen, durch Rundbogenfriese belebt; in den zwei oberen Feldern zwei gekuppelte, rundbogige Fensteröffnungen; darüber kreis- und vierpaß- förmige Offnungen, Fries mit Schachbrettmuster, Zeltdach im Achteck.
Portale: eins zwischen den Türmen in eine Vorhalle führend, darin zwei rundbogige Arkaden, in der Mitte von gekuppelten Säulen getragen, an der Südseite korinthisierende Kapitäle mit Akanthusblättern und Vogelfiguren, auch ein Kompositionskapitäl;
ein anderes Portal in der Nordmauer innerhalb eines Vorbaues.
Inneres: Pfeilerbasilika mit Kreuzgewölben überdeckt, dreischiffig; Hauptchor: rechteckig, zwei Nebenchöre mit halbkreisférmigen Apsiden. Arkaden des Langhauses rundbogig, die Pfeiler der südlichen Reihe vier- eckig, die der nördlichen teils viereckig, teils rund ohne regelmäßigen Wechsel. Die Kapitäle haben die romanische Würfelform oder die dieser verwandten Korbform. Auf den Pfeilervorlagen im Mittelschiff, die ursprünglich wohl Gewölbe tragen sollten, stehen jetzt Heiligenfiguren.
Die Pfeiler der Vierung haben Kapitäle mit Tier- und Menschen- skulpturen, darunter eins mit einem Löwen und bogenschießenden Cen- tauren. Im Chor der Grabstein des Stifters der Kirche auf sechs Doppel- und vier einfachen Rundsäulchen ruhend; erst in gotischer Zeit ange- fertigt. UÜber dem Kopf des Heiligen eine Kirche, deren Mittelstück unzweifelhaft die Westfaçade der Ilbenstädter vorstellen soll; auf der


