Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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26. Oktober 1216 zum erstenmal erwähnt(U. B. Nr. 1), sie erhebt sich auf den Trümmern des alten Römerkastells, der stolze Adolfsturm wurde von dem Grafen Adolf von Nassau, der 1347 in einer Fehde von der Burg gefangen genommen war, als Preis der Lösung erbaut.(Dieffen- bach S. 81.)

Geschwister nannte ich Rittertum und Mönchtum. Ihre Verschwi- sterung zeigt sich in der Wetterau noch in einem besonderen Betracht:

Die Wetterauer Klöster sind sämtlich Stiftungen ritterlicher Familien, Der obenerwähnte Konrad von Hagen, der sich Münzenberg zur Residen⸗ schuf, hatte 1151 auf den Trümmern des Römerkastells Altenburg bei Arnsburg dem Benediktinerorden eine Heimstätte errichtet, und als die Niederlassung nicht recht gedieh, überwies sein Sohn das durch seine Obersiedelung nach Münzenberg ledig gewordene Arnsburg dem Ci- sterzienserabt Gerhard von Eberbach im Rheingau, einem Schüler des hl. Bernhard von Clairveaux, 1174. d

Der Wechsel des Orts, von der Höhe der Altenburg ins Tal der Wetter ist in der verschiedengearteten Vorliebe der beiden Orden be- gründet: Bernardus valles, colles Benedictus amabat.

Eine andere Niederlassung erhielt der Cisterzienserorden in Rockenberg. Lange bevor sich die weitläufigen Gebäude des Klosters Marienschloß(Claustrum Marianum. Mergensloe) in Rockenberg erhoben, stand an gleicher Stelle eine bescheidene Sustern- oder Beghinenklause. Ihre Umwandlung in ein Cisterzienser-Nonnenkloster erfolgte in den Jahren 1332—37 durch Ritter Johann von Beldersheim, genannt von Rockenberg, und seine Gemahlin Getzelin. Die Stiftungsurkunde ist von 1338. Archiv VI. Sie enthält auch eine jährliche Zuwendung von Salz aus der Saline Nauheim. ¹) Das Cisterzienser-Nonnenkloster Engeltal ist eine Stiſtung der Familie Buches 1268.

Das Prämonstratenserkloster zu IIlbenstadt war das erste dieses Ordens in Hessen. Die Persönlichkeit des hl. Norbert hatte einen so tiefen Eindruck auf das westfälische Brüderpaar Gottfried und Otto von Kappenberg gemacht, daß sie ihr Stammschloß Kappenberg in ein Prämonstratenserkloster umwandelten; auch ihre Besitzungen in der Wetterau bei EWlevestat übergaben sie 1123 dem Orden zur Errichtung einer Niederlassung. Am 24. August 1150 wurden Kirche und Kloster auf dem die Gegend weithin beherrschenden Hügel eingeweiht.

Das Frauenkloster gleichen Ordens zu Nieder-Ilbenstadt muß vor 1137 errichtet worden sein, da von da ab das Nebeneinander-

¹) Item iuxta villam Nuheim sartaginem salis que vulgariter dicitur Eyn Sode de qua cedunt singulis annis citra decem et octo octalia salis. Beiträge zur Orts- geschichte von Pfarrer Dr. Scriba zu Messel. Archiv VI, S. 103 u. f.