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4. Blütezeit des Ritter- und Mönchtums; der kirchlichen und ritterlichen Baukunst.
Der Verbindung von Christentum und Germanentum entsproßten, in ihren Baudenkmälern als charakteristische Zeugen der Blütezeit des Mittelalters geltend: Rittertum und Mönchtum.
UÜberaus zahlreich war das Rittertum in der Wetterau vertreten, es giebt wohl kaum einen Ort der Wetterau, wovon nicht eine ritterliche Familie Stamm und Name herleitete. Aber nicht ohne ein Gefühl der Wehmut gewahrt man auch, wie diese bevorzugten Familien, denen doch die Bedingungen zur Weiterexistenz erfüllt zu sein schienen, fast alle erloschen sind und vielfach schon nach kurzem Bestand.
Wer nennt noch die von Beienheim, Crüftel, Berstadt, Cleeberg, Düdelsheim, Echzell, Fauerbach, Griedel, Hollar, Hüftersheim, Mörlen, Muschenheim usw.?
Ausgestorben sind die von Nürings 1170, Münzenberg 1255, Falken- stein 1418, Nidda 1200, Büdingen 1247, Trimperg 1376, Cleeberg 1223. Hofrat Wagner zählt im Archiv VI, S. 263 u. f. für Oberhessen 253 adelige Familien auf, die in 11 720 Urkunden erwähnt und sämtlich erloschen sind.
Auf die Geschichte der ritterlichen Geschlechter und ihrer Besitz- ungen im einzelnen einzugehen, ist weder möglich noch nötig; es genügt ein typisches Beispiel, ich wähle die Herrschaft Münzenberg-Falkenstein hierfür, weil gerade die Geschicke dieses Hauses auf die Gestaltung der Wetterauer Besitzverhältnisse den einschneidensten Einfluss ausgeübt haben.
Kuno von Arnsburg, ein Jugendgefährte Heinrichs IV., hatte keine Söhne; seine Tochter Gertrude heiratete Eberhard von Hagen aus der Dreieich, der ums Jahr 1093 erscheint. Ihr Sohn Konrad nennt sich nach dem väterlichen wie nach dem mütterlichen Stammschloß: Herr von Hagen und von Arnsburg. Er tauscht von Kloster Fulda gegen ein Gut bei Güll die Höhe von Münzenberg ein und beginnt den Bau der Burg Münzenberg. Sein Sohn Kuno nennt sich seit 1166 Herr von Münzenberg; Arnsburg überläßt er dem Cisterzienserorden. Kunos Besit⸗ erhält durch seine Vermählung mit Litgarde, der Erbtochter des letzten Grafen von Nüring, einen bedeutenden Machtzuwachs, darunter Schloß Königstein im Taunus.
Mit dem Enkel Kunos, Ulrich II, erlischt auch das Haus Münzen- berg, 1255.
Eigenbrodt: Diplomatische Geschichte der Dynasten von Falkenstein, Herrn von und zu Münzenberg. Archiv I, S. 1—83.


